Sonntag, 23. Dezember 2007

einen Monat in Deutschland

Okay, ein Monat in Deutschland auf der einen Seite vielleicht super un-spannend und doch wieder nicht.
Wenn wir das ganze nach einigen Punkten aufteilen
1. Wohnung:
- 1 1/2 Wochen Sofa, bei einer sehr guten Freundin aber eben nur Sofa (wenn sie dies ließt, bitte nicht böse sein du hast glaub ich das gemütlichste Sofa von der ganzen Welt :))
- 3 Wochen Zimmer in ner WG, klingt gut isses aber nicht. Ich eine Luftmatratze und sonst nicht viel mehr in einem Zimmer, angepriesen wurde die WG als riesig, mit riesigem Gemeinschaftsbereich zum Nutzen ... durch Umstände die ich hier nicht alle breit treten will und kann, waren diese Räume sobald der Hauptmieter zu Hause war die seinigen, zu den Sauberkeitsproblemen - körperlichen und auch räumlichen- gesellten sich dann auch seelische eines Mitbewohners. Ich bin nu schon gut mit mir selbst und meiner Zukunft beschäftigt ... also wieder WG-Zimmer Suche zusätzlich zur Arbeitssuche.

2. Job:
Nu hab ich zum 1. 1. 2008 ein WG Zimmer in einer 3er WG in Altona. Beim Angucken hab ich durch Zufall wohl auch meinen nächsten Job gefunden.
Ab der 2. Jahres Woche wohnen und arbeiten für mich in Altona. Die WG ist unter der Woche, tagsüber, eine Agentur für Alles was mit Web-Streaming zu tun hat.

Ich freu mich darauf bald wieder lauter Sinnvolles und nicht so Sinniges in meinen Kopf zu stopfen, lernen macht mir immer Spass. An meinen gutes Vorsätzen fürs neue Jahr arbeite ich noch. Eines wird auf jeden Fall -wie jedes Jahr- mehr Gelassenheit sein.
Ich halt euch auf dem Laufenden ... scheint ein spannendes Jahr zu werden.
Der Rest von diesem lass ich gerade bei Oma und Familie in Süd-Deutschland ausklingen -Ausklappsofa im so genannten Kinderzimmer ... eigens Heim ich komme !!!!-

Euch allen die schönsten Feiertage ... kommt gut ins neue Jahr, die die grad ums Eck wohnet, ihr könnet gern die Tage mol rum komme

Julia




Freitag, 30. November 2007

Vergessen?!

Ich hab gerade gemerkt das ich was in Peru vergessen habe -glaub ich-. Mein iPod Connection Kabel. Wie krieg ich den jetzt neue Musik auf meinen iPod, mano.

Dienstag, 27. November 2007

neues WG Zimmer

Ja jetzt bin ich schon etwas aufgeregt, in 2 Stunden zieh ich um, in mein neues WG Zimmer in Barmbek-Nord.
Zuerst werd ich dann mal auf einer Luftmatratze schlafen ich hoff das ich meine Möbel und vor allem auch meine anderen Klamotten bald aus dem Möbellager holen kann.
Wieder im eigenen Bett schlafen, mehr als 2 Hosen und Pullis haben, nicht dass das lebensnotwendig ist ;) aber doch mal schön.

Sonntag, 25. November 2007

eine Woche Deutschland

Hallo ihr Lieben,
jetzt bin ich schon eine ganze Woche wieder in Hamburg. Eigentlich bin ich noch gar nicht wieder richtig angekommen. Deutschland fühlt sich nicht wirklich warm und Willkomm heißend an. Doch dafür sind die Freunde um so freundliche und offener.
Ich wohn zur Zeit -"mietfrei" wie das Amt das nennt- bei meiner Freundin Steffi und schlafe auf ihrem Sofa, doch ich hab schon ein WG Zimmer und am kommenden Dienstag zieh ich dort ein.
Am vergangenen Montag hatte ich noch ein besonderes Erlebnis, meine Gastmutter aus Perú war in Hamburg, zusammen mit mehr Verwandten und Freunden. Ihren Grosseltern wurden am Montag Stolpersteine verlegt, dort wo sie zum Zeitpunkt ihrer Deportation in Hamburg gelebt haben.
Abends gab es noch Feierlichkeiten in der patriotischen Gesellschaft, von dort aus fuhr die Familie mit mir und Martina, die noch dazu kam, in die Lange Reihe und wir saßen bei Bratkartoffeln, Matjes und deutschen Bier gemütlich zusammen bei Frau Möller. Wer hätte gedacht das ich in einer derartigen Konstellation einmal mit nem Bierchen bei Frau Möller in der Lange Reihe sitzen würde.
Donnerstag Abend war ich dann noch auf dem Kietz. Da hat sich nicht viel geändert, auch nicht
bei der Begleitung und wer am Ende die Letzen sind die sich mit Nachtbus und ersten Bahnen nach Hause schleppen.
Nu sitz ich mit einer Monstererkältung (alle 2 Minuten ein trio Nieser) auf dem Sofa von Steffi, passe meine Bewerbungsunterlagen an, und frier mir jedesmal den Arsch ab wenn ich einen Fuss für die Tür setzen muss *brrrr*
Bald mehr, und auch noch die Erzählung vom Abschied, bis bald bleibt gesund *schnief*
Jule

Mittwoch, 14. November 2007

Ausstellungseröffnung

Ich weiss ich hab lang nicht geschrieben, ich bin so mit packen und nicht vergessen beschäftigt und auch mit mich verabschieden und niemanden vergessen.
Ich bin gerade nach Hause gekommen, von der Austellungseröffnung "180 Jahre deutsche Einwanderung nach Perú".
Zum Glück bin ich nach Hause gebracht worden, vom Rektor der Humbolt Lima, der Weg vom ICPNA La Molina ist schon ein Stück bis zu mir nach Hause.
Organisiert hat die Ausstelung eine Freundin, die sich selbst als meine Tante bezeichnet ;). Es war schön, dort hab ich vermutlich einen grossen Teil meine Bekannten und Freunde für diesen Auffenthalt in Perú dads letzte Mal gesehen.
In noch nicht einmal 2 Tagen sitz ich im Flieger nach Amsterdam.
Während mir also danach war, mich zu verabschieden und die Gelegenheit zu nutzen noch ein bissel mit ihnen zusammen zu sein, wurde ich nun ständig von Peruanern angequatscht, die ich gar nicht kannte. Die auch gnadenlos meine Aufmerksamkeit forderten. Es war nett, aber ein bissel hätte ich doch gern mehr mit meine Freunden gequatscht.

So, der grösste Teil der Abschiedsveranstaltungen ist damit vorbei. Morgen werd ich noch einmal Arbeiten und abends den letzten Kaffee mit meinen deutschen Kollegen trinken. Donnerstag werd ich dann wie wild beschäftigt sein, Alles in meinen Rucksack zu kriegen. Ich hab Heute schon mal probepacken gemacht, aber noch seh ich mich nicht auf der sicheren Seite.
Gegen kruz nach 3 Uhr am Nachmittag werd ich dann das Haus hier verlassen und Richtung Flughafen düsen. 3 Stunden vorher für internationale Flüge, dann heisst es mein Gepäck nicht aus den Augen lassen, ich will ja nicht ausversehen weises Pulver in meinem Handgepäck finden, und irgendwie die Zeit tot schlagen.
Freitag um kurz vor 6 Uhr abends betrete ich dann deutschen Boden über Frankfurt.

Dies soll keine Nachruf für meine Reise werden, ich bin auf der einen Seite froh wieder nach Hause zu kommen, und doch hab ich das Gefühl dass mir so einiges fehlen wird wenn ich wieder zu Hause bin. Auch bin ich gespannt, wie schnell ich mich wieder an die eher distanzierte Kommunikations in Deutschland gewöhne. So mancher Deuschter oder manche Deutsche kann ein freundschaftliches Herzen (freundliches drücken am Arm oder an der Schulter), beim Erklären eines Sachverhaltes, wohl aus der Fassung bringen.
Nu aber Schluss mit dem Spekulieren, jetzt heisst es den verbliebenen Tag gut rum kriegen. Bald sehe ich viele von euch wieder "in Echt", freu mich schon!

Sonntag, 4. November 2007

Notizen

Ich hab schon wieder einmal lang nichts geschrieben, diesmal aber sicher nicht weil es nicht zu schreiben gab. Ich versuch mal die vergangenen Tage wieder hervorzuholen.
Am Samstag der vergangenen Woche (27. Oktober) bin ich durch Zufall auf eine (Presse-)Konferenz, über einen Wasserstreit zwischen Ica und den Comunidades von Huancavelica, geraten. Die Comunidades hatten vor dem latein-amerikanichen Wasser-Tribunal (http://www.tragua.com/es/) geklagt, dass Ica, durch die neuen Einrichtungen zum Leiten des Wassers an die Küste, ihnen das Wasser für ihre Chacras abzapft. Ica hat argumentiert, dass sie das Wasser brauchen um die Felder mit den Export Gütern (hauptsächlich Artischocken, auch Spargel) zu wässern.
Das Tribunal hat beraten, weder für die eine noch für die andere Seite entschieden und ihnen 5 Aufgaben mit auf den Weg gegeben die sie zu beachten haben. Es ist gut zu Wissen dass die Beschwerden von indigenen Gemeinden gehört und ernst genommen werden. Auf der Konferenz waren nun Vertreter aus den Gemeinden von Huancavelica, aus Ica und vom peruanischen Staat anwesend. Jeder wollte nun sein Anliegen darstellen und natürlich war dem peruanischen Staat die Bedeutung des Export-Anbaus etwas wichtiger als die Subsistenzlandwitschaft der huancavelicanischen Bauern. Doch sie zeigten sich Einsichtig gegenüber den Auflagen des Tribunals. Die Zukunft wird zeigen was aus den guten Vorsätzen erwachsen wird. Und eine weitere Sache wurde klar, um als indigene Gemeinde seine Rechte verteidigen und durchsetzten zu können, muss man diese kennen.
Dann am Dienstag (30. Oktober) hatte ich meine erste Despedida, abends war mein letztes Mal Kegeln in Perú -fürs Erste-. Am Morgen war ich leider bei einem Anderen Abschied, die Mutter einer Freundin war plötzlich und überraschend an Krebs gestorben, nur weniger Tage vor dem Tod hatte die Familie die Diagnose bekommen. Sie ist auf dem englischen Friedhof in Callao begraben worden. Ganz anders als die mehrstöckigen Urnen-Nieschen die ich mir vorstelle bei einer peruanischen Beerdigung, wurde sie in die peruanischen Erde hinab gelassen. Der Taxifahrer der uns ZUrück nach Lima brachte, fuhr die gesamte Strecke an der Küste lang. Ein schöner Ausblick, die Küste vor Lima ist wie ein U, so kann man schon vor weitem sehen wie die Stadt sich an die Steilküste drängt und wo die Hochhäuser von Miraflores aufragen. Beim Abschied am Abend bekam ich dann noch eine Tasche aus Wolle geschenkt in Farben die perfekt zu meinem Poncho passen.
Mittwoch war ich dann, mein wahrscheinlich vorletztes Mal, in der Schule in Villa Salvador. Ich wollte noch mal die Möglichkeit haben mit einigen Lehrerinnen zu sprechen, die Direktorin zu sehen und Eva, eine Volontärin die bis Februar in Lima bleiben wird, weil sie die Idee der Familienbetreuung gut findet, die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme geben. Ich war abends dann hundemüde zu Hause, weil nun aber ja Halloween ist -bzw. eigentlich viel wichtiger “el Dia de la canción criolla”- bin ich noch auf einen Sprung in Flying Dog Hostel, gegen die Erfahrungen der letzen Mal war da aber nicht der Bär los -was ich auf Grund meiner Müdigkeit gar nicht schlimm fand-. Ich bin dann aber noch von Freunden in einen Club mitgenommen worden, in dem ein Peruaner auflegen würde, der traditionelle peruanischen Musik mit elektronischen Rhythmen mischt. Ich hab leider schon wieder seinen Namen vergessen, aber Mischung war interessant und ich kam mal wieder ein bissel zum Tanzen. DIe Leute waren auch super nett und ich hatte einen schönen Abend. Um kurz nach 4 bin ich dann aus dem Club und hab mich auf dem Weg nach Hause gemacht.
Der 1. November bestand dann aus Ausschlafen und einem netten Essen im einem Restaurant mit creolischem Buffet.
Freitag früh, um 8, bin ich dann halb nüchtern -weil ohne Frühstück und nicht weil betrunken- im Flying Dog aufgetaucht. Es ging nach Jesus Maria, einem Bezirk von Lima, in ein Krankenhaus. Nach 9 Jahren Pause hatte ich mich wieder dazu entscheiden Blut zu spenden, natürlich gingen mir die beiden Tage vorher komische Dinge durch den Kopf, wie schmutzige Nadeln, doch ein Freund hatte mich um meine Hilfe gebeten und ich wollte sie ihm nicht verwehren. Seine Mutter liegt in diesem Krankenhaus. Seid 2 Wochen, sie bekommt Radiotherapie, der Grund dafür ist Krebs. Sie hat Uterus-Krebs und blutet, fast jeden Tag, deswegen ist die Familie jetzt aufgerufen Spender zu finden um die Blutbank des Krankenhauses wieder aufzufüllen.
In Wartehof der Blutbank muss meine einen ganzen Zettel voll mit Fragen beantworten danach wird auf Blutgruppe und Blutwerte getestet, ist man durch diese Tests wird man noch einmal persönlich befragt. John hatte befürchtet dass diese persönliche Befragung problematisch werden würde, ich kann zwar mittlerweile gut Spanisch, doch diese Fragen würden sich mit einem völlig anderen Vokabular befassen. Doch seine Sorge war unbegründet, die Dame die mich befragen sollte hatte zwar zuerst Sorge das ich sie nicht verstehen könnte doch diese konnten wir schnell ausräumen und anstatt das sie mir komplizierte medizinische Fragen stellte wollte sie mit mir über Deutschland reden. Sie hat zwei Brüder dort, beide mit Deutschen verheiratet, einer lebt in Köln der andere in Berlin, zum Schluss aber noch die unausweichliche Frage nach der Anzahl meine Geschlechtspartner im vergangenen Jahr. Ich konnte diese zufriedenstellend beantworten und wurde in den Liegeraum gebracht. Die beiden anderen Spendenwilligen brauchten etwas länger.
Nach dem Spenden gingen wir dan Frühstücken, peruanisch, limenisch, an einem Kiosk auf Rädern der in einer Strassenecke steht. Mit Quinua zum Trinken und Pan con Palta zum Essen.

Jetzt sitze ich mit meinem Notebook im Garten bei mir zu Hause und schreibe endlich ein bissel über die vergangenen Tage. Mit Sonnenkreme geschützt auf einem Kinderkorbstuhl genieße ich die ersten echten Sonnenstrahlen des Frühlings. Um mich der Verkehr von Miraflores und die Vögel. Aus dem Brutkaten unserer Wellensittiche hört man es leisen fiepen. In wenigen Minuten wer dich mich auf den Weg nach San Borja machen, ich bekommen eine weitere Abschiedsfeier. In 1 1/2 Wochen geht man Flugzeug nach Frankfurt.
Ich werde Lima vermissen, dass weiß ich jetzt schon, aber ich freu mich auch auf zu Hause

Freitag, 26. Oktober 2007

Hausarrest

Ich hatte letzten Sonntag Hausarrest, was neu war, nicht meine Mutter hatte mir den aufgebrummt, sondern der Staate Perú. Zum 2. Mal in 3 Jahren wurde nämlich gezählt und ich mit.
Jetzt bin ich eine offizielle Nummer im nationalen Censor in Peru im Jahr 2007. Bin mal gespannt was für Zahlen raus kommen. Laut der Zählung von 2 Jahren leben in Lima 8 Millionen Menschen, nicht das ich da ne echte Spezialistin bin, aber ich hab das Gefühl es sind bestimmt 10. Immer herrscht Landflucht in Perú und man hat das Gefühl täglich kommen weitere Familien aus der Sierra in Arte/Vitarte an der Carretera Central an und bauen noch ein Haus weiter oben am Cerro (Hang).
Heute hab ich von einem wahrscheinlich Zuzug aus der Selva mitbekommen. Corries Schwester, Corrie ist einer der Mütter die ich wöchentlich besuche, ist mit ihrer ganzen Familie hier. Ihr Mann hatte vor 2 Monaten einen Job im Hausbau in Miraflores, Lima, gefunden. Die Familie war noch nie getrennt und sie vermissten sich schlimm. Nun ist der Rest der Familie erst einmal zu Besuch (die Tochter wird 2 Monate Schule verpassen) und nach den grossen Ferien (Januar und Februar) wird entschieden ob sie bleiben oder zurück in die Selva gehen. Solange leben sie in dem extra neu angebauten Zimmer der Verwandten in Lima, Villa El Salvador, Jardines de Pachacamac.
Zum Schluss noch ein Foto von dem jungen Censor bei der Arbeit unser Haus zu zählen ;).

Sonntag, 21. Oktober 2007

Stöckchen?


Ups, ich hab ein Stöckchen gefangen.
Ja, ich hab nur einen jämmerlichen Macbook Bildschirm. Ja ob der immer so aussieht oder aufgeräumt ist überlass ich eurer Fantasy. Was ich gemacht habe ist, die aktiven Fenster per Tastencombi zu Seite geschoben damit sie den Schreibtisch nicht verdecken.


Zum Bild: Laguna Esmeralda, Feuerland (Tierra de Fuego) argentinische Seite.

Ja und jetzt? Jetzt hab ich das gleiche Problem wie früher in der Schule, nu hab ich den Stock gefangen und weiß nicht wo hin damit. Wer meldet sich freiwillig?


Wird das geil, Seb?: Eikes Stöckchen - Freitag, 19. Oktober 2007

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Biodiversitär, Kunsthandwerk und Erderwärmung

Ich hab lang überlegt ob ich über diese 3 Themen in einem Blog Eintrag schreibe, doch auf meine letzte Reise ins Mantaro Tal sind mir nun all diese Dinge begegnet.
Am vergangenen Donnerstag nun bin ich im Auto meiner Gastmutter, zusammen mit ihr und ihrer Schwester, in Mantaro Tal gefahren. Das ist das erste grosse Tal, wenn man Lima über die Carretera Central nach Osten verlässt und die westliche Kordiliere überquert hat, deren Pass auf knapp 5.000 Meter liegt, der Ticlio.
Grund für die Reise, war eine “Feria de la Biodiversidad “ in Colpar am östlichen Hang des Tales zwischen Conception und Huancayo.
Erderwärmung
Beim Überqueren des Ticlios durfte ich mit meinen eigenen Augen sehen wie schnell die Erderwärmung fortschreitet. Auf dem Ticlio ist nach 10 Jahren nur noch eine nicht mal mehr Kilometer grosse Gletscher-Scholle übrig geblieben. Grau und einsam hängt sie zwischen den beiden Spitzen.
Noch vor 10 Jahren hatte der Gletscher die gesamte Spitze bedeckt und auch die Lagune war zum Teil zugefroren gewesen. Warum ist das so dramatisch? Die Küste Perus ist eine Wüste, grün sind nur die Täler, durch die sich, in Jahrhunderten und Jahrtausenden, die Flüsse aus den Andengletschern gegraben haben. Versiegen die Quellen der Flüsse, die Gletscher, wird die Küste restlos austrocknen.
Dies ist die Gefahr der Küste durch die Schmelze der Gletscher, auf der anderen Seite der Kordilieren liegt der Amazonas auch gespeist durch die Flüsse aus den Andengletschern. Versiegen diese, wird das Amazonas Becken austrocknen. Schon in den vergangenen Jahren ist es auf der brasilianischen Seite der Amazoniens zu verheerenden Dürren gekommen.
Biodiversidad
Am darauf, folgenden Tag ging es dann zu Feria, nach oben, nach oben, über lehmige Strassen fuhren wir mit dem mutigen kleinen 4-Rad-Auto. Im Dorf angekommen, waren die Feria Teilnehmer gerade dabei ihre Stände aufzubauen. Über Wollmantas und trockene Gräser, bauten sie schattenspendende Lauben-Dächer aus Eukalyptus-Blättern. Unter den Dächern packten sie den ganzen Reichtum ihrer Chacras aus. Mais, Kartoffeln und Bohnen in allen Farben und Formen, vor allem in allen Farben.
Die Wettbewerbe waren: Kartoffeln, Bohnen, Mais, Heilkräuter und typische Küche. Kriterien waren, traditionelle Sorten (gepflanzt oder verwendet für das Gericht), Technik (Anbau oder Zubereitung) und Conocimiento (Wissen über die Namen und Besonderheiten).
Die Kinder von zwei Schule, eine davon 2 Stunden Fussweg vom Dorf entfernt, waren mit ihrem Malwettbewerb beschäftigt. Gemalt wurde die Geschichte eines Mannes der zu viel gefischt hatte und was ihm deswegen passiert war, diese Geschichte hatte ihnen ein Cuenta Cuentos erzählt, der auch Juror beim letzten Wettbewerb war, dem Cuenta Cuentos, dem Geschichten erzählen.
Ich hatte eine etwas überdimensionierte Aufgabe, ich war Jurorin beim traditionellen Kochen. Zum Glück hatte ich zwei Helferinnen an meiner Seite, die sich in der traditionellen peruanischen Küche gut auskannten. Manchmal standen sich der gute Geschmack und der Verstoss gegen die Verwendung von selbst produzierten Zutaten gegenüber. So aß ich mein erstes Cuy mit Mani (Meerschweinchen in Erdnuss-Soße), was wirklich super lecker war, aber die Erdnüsse wuchsen nicht auf dem Feld der begabten Köchin und eine Dame machte ein wirklich leckeren Rhabarber Kompott (sie nannte ihn Rio Barbar), doch konnte uns nicht erzählen wer ihr beigebracht hatte das sie nur die Stiele verwenden sollte.
Kunsthandwerk
Da meine Reise dem Ende entgegen geht, war ich dort oben auch auf der Suche nach etwas was ich mitnehmen kann um mich an Peru erinnern zu können.
Am Samstag fuhren wir deswegen in ein Dorf in dem Weber leben, dort konnte ich einen Alpaca Poncho finden der mir gefiel und den ich gleich mitnahm. Eine Tagesdecke/Decke konnte ich dort in Auftrag geben, die wird jetzt in drei Tagen für mich gewebt. Die Muster aus naturgefärbter Schafwolle, die Streifen zwischen den Mustern in weißer Alpaka Wolle. Nach Fertigstellung wird er die Decke direkt nach Lima zu mir nach Hause liefern.
Wir sind nicht über die Carretera Central zum Dorf gefahren, auf schmalen, lehmigen Strassen, möglich durch den kleinen 4x4, durch kleine, mit Lehm gebaute Dörfer ging es. WIr hielten auf dem Weg auch bei einem Kunsthandwerker an, ein Kürbisschnitzer. Diese Kunst beherrschten seine ganzen Familie, wir waren so zu Gast bei eine Kunsthandwerksfamilie. Mit Schnitzarbeiten und einem glühenden Holzscheit bringen sie ganze Geschichten aus die getrockneten Kürbisse, die aus dem Norden Perus importiert werden und nicht im Hochland wachsen.
Die Nächte verbrachten wir in einem schönen Hostel in Jauja, was einer Freundin der Familie gehört, wunderschöner spanischer Bau mit zwei Patios, einem in der Mitte umgeben von der Mauer zu Strasse und dem Gebäude, was ihn von den restlichen drei Seiten umschliesst, und einem zweiten Patio, dem Haushaltspatio wo man in einem alten Lehmbau die ursprüngliche Küche finden kann.

Auf die Rückfahrt machten wir uns am frühen Sonntag, über die neue Strasse nach Tarpa und La Oroya. Ungefähr einen Kilometer vor dem Ticlio sah ich dann den ersten Unfall in den Anden, von dehnen mir so viel erzählt worden war. Vermutlich aus Übermüdung, war der Fahrer eines Buses mit diesem von der Strasse abgekommen. Zum Glück an einem Teil der Strasse wo der Abhang nur 100-200 Meter nach unten geht, der Bus lag zerstört an den Ufern der ich dort befindenden Lagune. 22 Tote und 35 Verletzte, die Verantwortung kann man wohl nicht beim Fahrer suchen, der es geschafft hatte sich für eine Stunden vor der Polizei zu verstecken. Auf dem Weg von Huancavelica nach Lima hatte ihm seine Empresa wohl keinen zweiten Fahrer zur Seite gestellt. Wie übel kann man es ihm nehmen, dass er nach 10 Stunden Fahrt um 1 Uhr nachts mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte. Der Polizei erzählte er, es wären 2 Männer in der Mitte der Strasse gestanden. Wer steht um 1 Uhr nachts auf knapp 5.000 Metern, in der Kälte auf einer Strasse?
Kontrolliert werden müssten die Agenturen, die ihren Fahren solche Leistungen abverlangen.

Wir sind heile wieder in Lima angekommen, jetzt sitz ich hier vor meinem Rechner mit Hals- und Kopfweh und frag mich ob ich mir die Grippe eingefangen habe die Deutschland in Griff haben soll. Sachen gibt´s.

Mittwoch, 10. Oktober 2007

Kommt der Frühling doch noch?

Sonnenbrand Kommt der Frühling doch noch? Die Metereologen hatten im September angekündigt, dass der limenische Winter bis Dezember anhalten würde. Ich hatte schon Angst ich würde ohne Chance auf ein Quäntchen Sonne von Winter zu Winter jeten. Nun haben wir jetzt doch die eine oder andere Stunde Sonne (zum Glück) doch wenn man draußen rum läuft und nicht mit den Sonnenstrahlen rechnet dann kann man nach 2 Stunden auf einer Kaffee-Terrasse am Meer SO aussehen. ;)

Dienstag, 9. Oktober 2007

Neuheit auf dem Web 2.0 Markt

Hallo Ihr Lieben,
Einige von euch können sich noch erinnern dass ich im vergangenen Jahr endlose Stunden im 11. Stock des Informatik/Informations & Elektrotechnik Gebäudes verbracht habe.
Eingepfercht auf 9 m2 habe ich dort an meine Bachelor Arbeit gefeilt, sogar an Wochenenden und Feiertagen.
Was ich aber bis Heute nicht vergessen habe, ich war nicht alleine. Den Arbeitsraum teilte ich mit mit 4 jungen Master-Studenten die die nationalen Ausscheid der MS Imagine Cup 2006 gewonnen hatten.
Die anhaltende geschäftige und motivierte Stimmung in diesem Arbeitsschlauch ;), half mir eine ausgezeichnete Bachelor Arbeit zu produzieren.
Das Projekt der 4 ist jetzt online (Trailblazer) und wartet auf interessierte Beta-Tester.

Durch meine, bis jetzt 8-monatige, Entwicklungsarbeit im Umfeld von behinderten Erwachsenen und Jugendlichen hier in einem armen Bezirk von Lima, ich mir noch klarer als vorher, wie wichtig Integration ist. Die Möglichkeiten und Hilfestellungen für behinderte Menschen hier in Lima hängen soviel mehr von der finanziellen Situation ab, als bei uns in Deutschland. Doch um so mehr ist es wichtig Projekte zu unterstützen, die Helfen die Hindernisse im Alltag etwas leichter zu umgehen.

Donnerstag, 4. Oktober 2007

Sind Holzwürmer Termiten?

Sind Holzwürmer Termiten?
Wie ich darauf komme?
Ich stehe vor der Mikrowelle und gucke zu, wie sich das Buch langsam mit dem Drehteller dreht. Reichen 10 Sekunden.
Wie riecht Buch nach 40 Sekunden Mikrowelle?
Hab ich Langeweile oder warum stecke ich die Bücher in die Mikrowelle?
Die Geschichte also von Vorn, Gestern stand ich vor dem Bücherregal im Wohnzimmer meiner peruanischen Gastfamilie. Es war Schlafensgehzeit ich hatte nichts mehr zu lesen und ich dachte ich such mir etwas aus dem Bücherschrank. So stehe ich davor und ziehe dann ein Vielversprechendes heraus, öffne es und finde ein Städtchen vor. Bewohnt mit kleinen, weißen, wurmartigen Krabbeltieren. Die sich, auch durch mein Zuschauen, nicht davon abhalten ließen weiter ihre Tunnel in die, mit Buchstaben bedruckten, Seiten zu fressen. Huch, mit einem Aufschrei flitze ich in das Schlafzimmer meiner Gasteltern, “Guckt ma was ich gefunden hab”, “Schnell, Schnell, 10 Sekunden in die Mikrowelle”. Das tat ich dann auch, doch 10 Sekunden reichten nicht, durch meine nicht sehr fundierte Forschung fand ich heraus dass es mindestens 40 Sekunden sein mussten, und auch dann überlebt noch der obligatorische, statistische Fehler der sich mit weiteren 20 Sekunden um die Ecke bringen lässt.
Ja, was sind es den nun, zoologisch mein ich.
Holzwürmer (Buchwürmer) oder Termiten, oder ist das das Gleiche?

Montag, 24. September 2007

Autounfall

Hallo Leute nur eine kleine Info am Rande, ich sass auf dem Rückweg von einer Geburtstagsparty in einem Auto was fast frontal in einen Baum aber ziemlich klar in einen Metallzaun gefahren ist.
Die beiden sind alte Freunde aus dem Freundeskreis mit dem ich zu tun habe, weil es der Freundeskreis der beiden Freundinnen meines Vaters hier in Lima ist.
Sie hatten sich bereit erklärt mich nach Hause zu fahren. Ich sass also hinten auf der Rückbank, angeschnallt, mit meinem Korb in der Hand. Noch ein anderes Pärchen fuhr zeitgleich mit uns los. Während meine Begleitung noch beim Auto anmachen war, blieb das Pärchen neben unserem Auto stehen und die beiden Fahrer unterhielten sich dabei ob sie noch ein kleines Rennen fahren wollten. Ich nahm das ganze nicht ernst. Mein Fahrer ist schon in den 60ern. AM Ende der Gespräches gab er dann einfach gas, ich sass hinten auf der Rückbank in diesem 3-türigen Auto und sah wie erst der Baum auf uns zu raste und im letzten Moment der eiserne Zaun der mit einem zähen nachgeben unsere Fahrt abbremste. Ich wollte natürlich gleich aussteigen, doch da war kein rauskommen. DIe Frau des Fahrers hatte sich den Kopf am Amaturenbrett angeschlagen. Mit der Beruhigung des anderen Fahrers machte mein Fahrer seinen Wagen wieder an und setzt im Rückwärtsgang zurück und fuhr, ohne den Anwohnern des zu dem Zaun gehörenden Hauses bescheid zu geben, weiter, einige Blöcke. Dann hielt er an und wir stiegen alle aus. Ich wollte dann eigentlich mit dem Taxi nach Hause fahren und suchte nach einem Weg es ihnen vorzuschlagen ohne sie vor den Kopf zu stossen. Sie ließen mich nicht. Sie fuhren mich dann weiter nach Hause. Während der Fahrt dirkutierten die Beiden. Sie hielt es für absoluten Irrsinn das er da so losgeheizt ist. Er entschuldigte sich und sagte das Lenkratschloss wäre eingerastet gewesen, er hätte nicht lenken können, er erzählte auch das etwas mit den Pedalen war, was genau das gewesen sein soll verstand ich aber nicht. Als wir bei mir zu Hause angekommen waren entschuldigten sie sich vielmals bei mir.
Ja, es war ein ziemlicher Schreck dort hinten im Auto zu sitzen und im selben Moment das Gefühl zu haben in der Falle zu sitzen, keinen Einfluss auf den Fahrer ausüben zu können und auch da hinten nicht raus zu kommen ohne Türen und sich öffnen lassende Fenster waren die ersten Gedanken die mir durch den Kopf gingen.
Ich bin wieder heil zu Hause und hundemüde und auf dem Weg zu Bett. Gute Nacht, bzw. guten Morgen ihr Lieben.

Donnerstag, 20. September 2007

Project Stand

Hallo Ihr Lieben, ich wollte euch mal erzählen wie es zur Zeit um das Projekt steht.
Wir ihr vielleicht alle gemerkt habt kommt der November mit Meilenstiefeln näher. Auf Grund von neuen Entwicklungen um meinen Bruder herum kristallisiert es sich heraus das ich wohl nicht nach meiner Rückkehr nach Deutschland nicht sofort noch einmal für 2 Jahre nach Peru kommen werde.
So ist jetzt meine wichtigste Aufgabe, dass das bis jetzt erreichte nicht verloren geht wenn ich fürs erste zurück nach Deutschland gehe.
Seit 2 Wochen begleitet mich eine Mutter auf meine Besuche in Villa El Salvador. Dies hat sich aus den Gesprächen mit ihr so ergeben. Es beeindruckt mich tief wenn ich sehe wie sich die Frauen durch meine Begleitung nun treffen und sich austauschen. Vielleicht wäre dies auch ohne mich passiert doch wie lange hätte es vielleicht gedauert.
Ich bin auf meinen nach Hause-Wegen jedesmal tief berührt und auch Glücklich wenn sie jetzt ihre Geschichten anderen Müttern erzählen und durch meine, zur Zeit noch nötige, Unterstützung anfangen sich gegenseitig zu zu hören und sich zu sehen.
Doch ich fange auch an zu trauern, in gut 7 Wochen bin ich zurück in Deutschland. Ich fühl mich so verbunden mit der Frauen und ihren Kindern. Doch es zieht mich auch nach Hause, ich will euch alle wieder sehen. Warum muss Peru so weit weg sein von Deutschland

Sonntag, 9. September 2007

Die Äpfel müssen bleiben

sorry Leute, jetzt mal was "fast" völlig Sinnfreies.
Ich will auch in Zukunft Äpfel drücken können!

Dienstag, 4. September 2007

Zusammenfassung zum August

Hallo ihr Lieben,
ich wollte den vergangenen Monat noch ein mal zusammen fassen. Was ist in den vergangenen 4 Wochen -im August passiert-.
Zuerst ging das Workcamp zu Ende. Am Anfang des Monats fuhr ich, mit dem letz übrig gebliebenen Volontär Kollegen, auf einen Ausflug, das Rimac Tal ein paar Kilometer ostwärts. Wir verbrachten ein kurzes aber schönes Wochenende weg von dem Nebel. Zurück in Lima fing ich an meine grosse Reunion in der Schule in Villa El Salvador vorzubereiten. Das bedeutete für mich dass ich meine Familien besuchen musste. Doch nun alleine. Da keine/r meiner Volontär Kollegen/innen mehr da ist, blieben mir nur zwei Möglichkeiten. Meine Besuche einstellen, oder meinen Mut zusammen nehmen und alleine hinauf fahren. Nach wenigen Tagen in mich gehen, hatte ich den Mut zusammen und ich fuhr alleine hinauf.
Zu den Besuchen von nun 7 Familien regelmässig, nicht alle jede Woche und den Berichten die zu den Besuchen geschrieben werden wollen, kamen dann auch noch 2 Vormittage im der heilpädagogischen Schule, San Christoferus, hinzu. Weiterarbeiten an der Mosaik-Bank, die während des Workcamps angefangen wurde. In den Zeiten dazwischen tu ich mal nichts, oder ich stricke, dann unterrichte ich noch Deutsch und Helfe einen Schüler bei seinen Englisch Hausaufgaben.
Bei meinen Familien hatte ich, nach meinem Gefühl, die Motivation für die Reunion auf den Höchststand gebracht, und ich hatte mich auch Ende Juli öfter in der Schule sehen lassen und den Müttern die ich traf die Reunion ans Herz gelegt -so oft ich konnte ;)-. Dann kam ein wunderschöner, sonniger Tag, der erste seit langer Zeit. Ich besuchte an dem Tag 5 Familien, völlig müde und gerade noch rechtzeitig um in 10 Minuten Deutsch bei mir zu Hause zu unterrichten. In der letzten Familie die ich besuchte zeigte man mir die Einladung zur Reunion, die am folgenden Tag sein sollte. Sie war als Pflicht angekündigt und ich war nun doch aufgeregt, es sollte die erste ihre Art sein die ich nun alleine durchziehen würde. Nun zurück zu meinem eiligen Heimweg, nur einen Block vor meinem zu Hause erreichte mich das Erdbeben. Es passierte mir nicht und ich war auch nicht wirklich erschreckt doch, aus der Reunion wurde nichts und die Schule wurde geschlossen an den folgenden zwei Tagen. Den kommenden Montag ging ich zur Schule um zu erfahren wann wir die Reunion nachholen können. In den kommenden zwei Wochen war nicht daran zu denken, die Schule hatte Rissen und ein Dach war kaputt, aber ich könnte am folgenden Tag wieder kommen, die Lehrer müssten anwesend sein ich könnte den Lehrern die Idee von den Frauentreffen vorstellen. So war ich am folgenden Tag wieder da, pünktlich. Die Direktorin schaute mich ganz verdutzt an und meinte ich hätte doch am Freitag kommen sollen -ich bin immer noch der Meinung sie hatte morgen und nicht Freitag gesagt, mañana klingt einfach nicht wie viernes- ich bekam dann aber doch die Chance nach ein paar Minuten vor allen Lehrern der Schule zu sprechen.
Ich erzählte von der Idee und merkte das einige der Lehrer mich das erste Mal sahen obwohl ich schon seit 4 Monten regelmässig in die Schule komme. Und auch das einige Lehrer gedacht haben zu wissen wer ich bin und was mich mache. Meine Aussage auf eigene Rechnung und nicht mit einer NGO hier zu sein brachte wieder einmal Verwunderung. SIe hörte zu und stellte fragen, gaben kritische Anregungen und ich merkte das das ein Schritt war der eigentlich längst notwendig gewesen wäre. Frohen Mutes ging ich dort hinaus mit einem Datum -dem 4. September- an dem ich in zwei Etappen alle Eltern der Schule sehen würde um mit ihnen über eine Elternrunde zu sprechen. Dann kam meine Freundin Martina zu Besuch und ich konnte ihr ein bisschen von “meinem Lima” zeigen. Wir schafften es leider nicht bis nach Villa El Salvador, ich war zu müde, Lima kostet viel Kraft und man ist abends immer total erledigt.
So, in der vergangene Woche gab es einen Feiertag -Dia Santa Rosa- die Heilige von Lima die Rosa hieß und wohl noch Jahre nach ihrem Tod nach Rosen roch? Ich verkroch mich sonst unter einer Wolldecke, mit meinem Strickzeug, vor dem Fernseher und einen Tag brachte ich auch damit zu alle Blogeinträge meiner Reise bis jetzt aus den zwei benutzten Blogs in ein Dokument zu werfen, ältester Eintrag zuerst, und anzufangen sie für ein Druckmedium vorzubereiten.
Heute am Montag war ich wieder in San Christoferus, Mosaik auf eine Beton-Schlange kleben. Ich versuchte während dessen in der Schule in Villa El Salvador anzurufen um zu fragen ob Morgen -am 4- September- alles klar geht mit den zwei Terminen an denen ich die Eltern treffen wollte. Nun weiß niemand mehr von dem Termin. Ja so ist das ;).
Ich werd mich nicht entmutigen lassen, ich werd morgen nach dem Frühstück noch einmal dort oben anrufen, vielleicht klärt sich die ganze Verwirrung.
Der August ein kalter, wahnsinnig kalter, aber ereignisreicher Monat. Ich hoffe es wird im September endlich wärmer!

Sonntag, 2. September 2007

Uran wird knapp!

Hallo Leute,
nur ein kleiner Hinweiß auf einen Artikel den ich gerade gelesen habe.
Ist das den jetzt die viel beschrieene saubere Alternative für die Energie der Zukunft????
Meinen Standpunkt dazu kennt ihr.

Donnerstag, 30. August 2007

Besuch von Martina

Hallo ihr Lieben, wieder viel zu erzählen.
Ich hatte gerade für 2 Tage besuch von meiner lieben Freundin Martina. WIr haben eine kurze aber intensive und voll ausgeschöpfte Zeit zusammen gehabt, und auch wieder hab ich zu wenig geschlafen.
Aber erst mal von Anfang an. Ich hab ja nun die Freunde von einem Arbeitskollegen geerbt wo er wieder zurück nach Deutschland ist. Am vergangenen Samstag waren wir dann nun das erste Mal gemeinsam los, ohne der abgereisten Kollegen. Es ging in eine Bierkneipe ins Zentrum von Lima. Nach dem das Bierfass leer war haben wir uns noch zum etwas Luftschnappen auf den Plaza San Martin gestellt.
Der Heimweg war mit einem Zwischenstop bei ihnen zu Hause verbunden, wo wir quatschten bis ich nicht mehr aus den Augen gucken konnte, dafür haben sie mich dann mit ihrem Auto nach Haus gebracht.
Um 5 Uhr im Bett rechnete ich gegen 11-12 Uhr mit Martina. So lautete ihre letzte Nachricht aus Cusco. Halb 12 stand ich auf und machte den Rechner an. Da hatte ich schon Mail von Martina das sie längst angekommen sei. Telefon zücken, im Hostel anrufen. Chicho bitten Martina zu suchen und mir an die Strippe zu holen.
Ich versprach ihr dann nicht länger al ne Stunde zu brauchen und sie abzuholen. Zuerst ging es nach Barranco, Mittagessen, am Besten peruanisch, Martina wollte mich einladen aber dafür probierte sie dann eine echte Kausa und ich hatte Cerviche -natürlich probierte sie davon auch ein paar Bissen- nach dem Essen unter dem winterlichen, limenischen Himmel ging es dann zu zwei Meerblick -Ausgucken. Dann ab in den Bus und auf nach Pueblo Libre. Alejandro hatte sich bereit erklärt mit uns zusammen ein bissel Lima-Zentrum zu besichtigen. Wir gingen in die Katakomben der Franziskaner danach in eine alte Bar. Im Zentrum, dann im Dunklen noch einmal über den Plaza de Amas, mit einem Abstecher bei Alejandro zu Hause ging es zu dem zur Zeit weltgrössten Wasserpark -laut Guinness-. Ja, etwas makaber ist das ganze schon, die grössten Wasserspiele in einem öffentlichen Park, mitten in einer Stadt in der Wüste mit Wasserproblemen, die laut dem Klimabericht in der Zukunft dramatisch werden.
Es war aber trotzdem beeindruckend. Auch das die Perunaner, vermutlich aus ihrer spontanen, für den Augenblick leben, Sicht, sich in die Wasserspiele stürzten. Auch auf die Gefahr hin völlig nass zu werden und dann im Winter bis auf die Knochen durchnässt in einem Park zu stehen.
Danach fuhren Martina und ich zum Abendessen und schnattern zurück ins Hostel. Am nächsten Tag holte ich sie da wieder ab und wir fuhren zusammen nach San Christoferus. Mosaike für die Mosaik-Tier-Bank legen. Nach am Nachmittag nahm ich sie zu mir nach Hause, zum Essen und um Lidu kennen zu lernen. Danach spazierten wir dann an der Steilküste entlang. Erst durch den Parke de Amor bis nach LarcoMar wo wir uns in ein Kaffee direkt an den Kliff setzten, zum Kaffee trinken und Schnattern. Dabei kam uns auch der eine oder andere Luftkuss entgegen. Da wollte uns ein Paragleiter wohl besonders beeindrucken. Zum Abendbrot wieder zu mir nach Hause, meine Gastfamilie kennenlernen. Und wie es oft ist waren noch mehr Leute mit am Tisch. Ein netter geselliger Abend. Danach haben wir uns dann noch zum Filmchen gucken ins Hostel begeben.
Zusammen haben wir dann am nächsten Morgen gefrühstückt, bzw. ich hatte einen Kaffee und Martina ihr noch ihren Toast und Tee und ihr Ei. Dann waren es nur noch ca. 30 Minuten und sie musste schon wieder los. In den Taxi, zum Flughafen und mit dem Flugzeug nach Buenos Aires. Ja, ein Nachruf wird das nicht, wir werden uns ja wieder sehen. War aber richtig schön Besuch zu haben. Mal wieder zu schnattern und eine längere gemeinsame Vergangenheit zu haben als nur bis Vorgestern ;).
Noch ganz kurz, die Fotos zur Geschichte findet ihr unter meinem Flicker-Account.

Montag, 20. August 2007

Auswirkungen des Erdbebens auf unsere Projekte

Jetzt zu den Auswirkungen auf meine Arbeit.
Am Tag nach dem Erdbeben hätte eigentlich eine grosse Reunion in der Schule in Villa El Salvador stattfinden sollen. 4 Wochen lang hatte ich das Treffen vorbereitet, mich intensiver mit der Direktorin besprochen, die teilnehmenden Familie besucht, sie von dem Projekt überzeugt. Ich hatte zahlreiche Zusagen und ein gutes Gefühl, das jetzt nach den Ferien das Projekt mit neuem Schwung anlaufen und wir uns nun künftig wöchentlich Treffen können und das Projekt und die Bildung einer starken und stabilen Müttergruppe vorankommt.
Nach dem Erdbeben war an ein Treffen nicht zu denken. Der Präsident hatte den Tag nach dem Beben als schulfreien Tag ausgerufen. Die Arbeit von 4 Wochen umsonst?
Ich war Heute das erste Mal seit dem Beben wieder im Colegio. Einige Räume haben Risse, bei einem Gebäude hat es während dem Beben das Dach angehoben. Die Schulbehörde will keinen Unterricht stattfinden lassen. Doch, die Lehrer müssen in die Schule kommen, so hat dies alles ein Gutes. Ich werde Morgen um 12 Uhr den Lehrern eine kleine Präsentation über das Projekt zukommen lassen. Meine 7 Familien werde ich diese Woche besuchen und in der nächsten Woche werden wir Reunieren, egal was kommt.

Organisation der Hilfe

Und wieder ein bissel von Allem.
Die Hilfe hier in Peru ist angelaufen. Gestern kam ein Anruf ins Haus von einem Bekannten der Familie. Die medizinischen Fakultäten schicken ihre Professoren und Studenten mit Zelten und Ausrüstung in die Krisengebiete um dort mobile Krankenstationen zu errichten. Die Caritas ist wohl im Einsatz vor Ort ganz gut, das sie ein Netz von Menschen vor Ort hat die dann dezentral Hilfe leisten können. Dies ist ein Ausschnitt aus einer Mail die ich am Ende letzte Woche bekommen hab zu den mögliche Unterstützungsmöglichkeiten:
En estas circunstancias los aportes solicitados son:

- Ropa de abrigo: Tomando en cuenta que en Perú soporta condiciones de friaje en la actualidad. (Frazadas, Ropa de abrigo en condiciones adecuadas de limpieza y conservación).

- Alimentos: No perecibles. (Enlatados que no estén vencidos, Granos envasados / Arroz, fideos, menestras de alto contenido calórico, agua embotellada). Útiles de limpieza.

- Dinero: Cáritas necesita dinero para financiar el transporte de las donaciones. Se pide a las personas e instituciones que hagan depósitos bancarios en las cuentas específicas que Cáritas del Perú indicará.

- Voluntariado: Cáritas del Perú suele requerir apoyo voluntario para colaborar en el Centro de Acopio principal, en la selección, clasificación y empaque de las donaciones para su envío a las zonas afectadas. Se suele solicitar apoyo de personas de confianza y criterio.


Vor jeder der grossen Supermärkte hier in Lima steht ein grünes Zelt. Die Menschen können nach ihrem Einkauf dort hingehen und Teile ihres Einkaufes spenden. Einige fahren ganze Einkaufswagen voll mit Konserven, Reis, Nudeln und vor allem Wasser zu diesen Zelten. Es gab Zeiten am vergangenen Wochenende wo in den Supermärkten keine Wasser mehr zu kaufen war. Die Waren werden mit LKWs in den Süden gefahren. Wo Mittlerweile die Armee, zum Schutze der Lieferungen und um Plünderungen von Häusern zu verhindern, hinbeordert wurde.
Die Hilfslieferungen der Regierung haben leider einen kleinen Nachteil, aus Gründen über die sich jeder selbst ein Bild machen kann, hat die Regierung die Leute zum Empfangen der Hilfsgüter alle zu jeweils einem zentralen Platz kommen lassen. So stehen dort also eine Traube von Menschen die nie alle auf einmal durch eine Lieferung versorgt werden können.
Die Caritas und andere Organisationen arbeiten mit lokalen Kontakte vor Ort zusammen, die Hilfsgüter kommen zu den Menschen, dort wo sie sich aufhalten. So werden nach und nach alle versorgt. Die Methode der dezentralen Verteilung. Es entsteht kein Neid und Unmut, wie wenn alle am selben Platz stehen und wieder und wieder zusehen müssen wie andere vor ihnen ein Paket entgegen nehmen und sie wieder bis zum nächsten Transport warten müssen.

Freitag, 17. August 2007

Nach dem Erdbeben

Jetzt 1 1/2 Tage nach dem Erdbeben. Den Tagesablauf Gestern beherrschten die Anrufe die Gespräche auf der Strasse und die Besuche.
Hauptthema war, wo warst du? wie hast du es erlebt? wie geht es dir jetzt? Lima ist halbwegs glimpflich davon gekommen. Es gibt zersprungene Fensterscheiben, kaputte Wasserleitungen und einige Häuser sind seit dem Erdbeben ohne Strom.
Villa El Salvador war bis Gestern nachmittag auch ohne Wasser.
In der Nacht des Erdbebens waren die Leute auf der Halbinsel in Callao evackuiert worden aus Vorsicht vor einen Tsunami. Einige sind immer noch traumatisiert, aber die nicht nur wegen der Erdbebens, es war ein starkes Beben vor Ica. 7,9 soll es gehabt haben, 100 km südlich von Lima. Das Epizentrum auf dem dort tief liegenden Meeresgrund. Die Wellen trafen von dort aus die peruanische Küste, am schwersten betroffen sind Ica, Pisco, Chincha Alta und Cañete. Teilweise sind mehr als 50 % der Häuser in diesen Städten zerstört. Traumatisch ist auch, dass in Ica ein vollbesetzte Kirche zusammen gestürzt ist. Dicht gedrängt waren dort die Menschen als das Dach über ihnen einstürzte.
Die Panamericana Sur, südliche von Lima, ist gerade vor den Krisengebieten stark beschädigt. Teile der Fahrbahn sind machmal bis zu 1,5 Meter abgesackt. Gestern Morgen war der limenische Flughafen deswegen für innländische Flüge gesperrt, die Hilfe muss mit dem Flugzeug und dem Hubschrauber in die Regionen geflogen werden.
Jetzt wird bekannt, dass es vor Pisco auch tatsächlich einen Tsunami gegeben hat. Doch bis jetzt ist nur von einem Opfer auf Grund Tsunamis die Rede. Die Bewohner von Callao, direkt im Norden von Lima, konnten schon Gestern wieder in ihre Häuser. Hier in Lima hatte sich die Befürchtungen wegen einer Tsunamis zum Glück nicht bestätigt.
Was mich selbst anging, ich hatte nur einen unangenehmen Nebeneffekt. Seit Dienstag hatte ich Kopfschmerzen, das erste Mal seit langer Zeit das ich wieder mehrere Tage hintereinander Kopfschmerzen hatte und die bewährten Ibuprofen nicht wirkten. Heute fühl ich mich schon besser, ich nehme an das ich erschrockener war als mir bewusst war und mein Kopfweh das Zeichen für mich war ich solle mal einen Tag ruhiger machen und runter kommen.
Doch Heute sitz ich wieder am Computer. Es sind 6 Besuchsprotokolle zu schreiben. Die Reunion die ich seit 4 Wochen für Gestern vorbereitet hatte musste leider verschoben werden. Es war nicht möglich in die Schulen zu kommen und vermutlich wären die Mütter auch nicht aufgetaucht, weil sie lieber zu Hause bei ihren Familien geblieben wären.
Frisch ans Werk .. bis bald

Lima - August 2007

Dort auf der Strasse hab ich die 2 Minuten gestanden die das Erdbeben gedauert hat. Das Foto hab ich Gestern, Tag nach dem Beben, gemacht.

Donnerstag, 16. August 2007

Erdbeben in Lima, Peru - 16. August 2007

Erdbeben in Lima, Peru

ja nur ein kurzes Update Leute ich hab Heute zwar nicht mein erstes Erdbeben aber mein erstes mit spürbarer Wirkung erlebt.
Schon ein-zwei Mal soll die Erde gebebt haben seid ich in Peru bin, doch Heute soll es laut comercio
sido de 7,7 grados en la escala de Richter
7,7 auf der Scala gehabt haben. Später noch mehr Infos, ich warte seit ein paar Minuten auf meine Deutschschülerin. Es ist ein Chaos draußen auf der Strasse.
Nur so viel, ich bin total okay, auch das Haus in dem ich lebe. Man fühlt sich das komisch an wenn der Boden unter den Füssen wellen schlägt.

Sonntag, 12. August 2007

Wochenendausflug nach Chosica Teil 3

Ich wollte ja noch die Beschreibung vom Ausflug zu ende machen. Ich bin so zurück mit meinem Tagebuch, dass ist doch jetzt schon wieder eine Woche her.
Ich versuche es so, wir sind Morgens nach viel zu wenig Schlaf aufgestanden. Dann haben wir die Forellen für unser Frühstück gefangen. Sie waren köstlich und die Reste gingen an die glücklichen Katzen der Campingplatzes.
Satt haben wir uns dann umgezogen und sind zum Fluss hinunter und an ihm entlang um eine geeignete Stelle zum baden zu finden. War dies geschafft lag die grösste Überwindung noch vor uns, in das EISkalte Wasser springen. *brrrrrr* beim Gedanken schüttelt es mich immer noch. Aber, als man erst mal drin war, war es eine tolle frische und ich fühlte mich mindestens 10 Jahre jünger (oh noch mal 17 sein ;) )Danach legte ich mich auf einen Felsen und versuchte mich ganz faul in der Sonne zu trocknen, was mir auch fast gelang.
Der weil, als es den Jungen unter uns langweilig wurde, fingen sie an mit Flusssteinen um sich zu werfen und da es ja schon grosse Jungs waren wurden die Steine immer grösser. Also, anziehen und Richtung Mittagessen zurück zum Zeltplatz. Den Flusslauf jetzt auf der anderen Seite Stromaufwärts.
Nach dem Mittag lagen wir noch etwas faul auf der Haut herum und eine der Töchter die zum Zeltplatz gehörte nutzte die Gelegenheit um ein bissel Deutsch mit mr zu sprechen. Sie hatte vor einigen Jahren einmal ein halbes Jahr in München gelebt und wollte in Erinnerungen schwelgen und ihr Deutsch aus den dunklen tiefen der Erinnerung zurückholen.
Wir packten dann zusammen und verliessen zu 5 Uhr nachmittags den Zeltplatz. Um 6 Uhr sollte uns oben am Einstiegspunkt ein Bus abholen. Einige liessen ihre Sachen unter um sie dem Esel aufzuladen. Ich war froh das ich meinen grossen Trekkingrucksack mitgenommen hatte. Der war zwar nicht mal bis zur Hälfte voll, aber ich musste nicht noch ein zweites oder drittes Gepäckstück in den Händen tragen und beim Aufstieg blieb er brav und ohne zu wackeln an seinem Platz. Dort angekommen warteten wir eine halbe stunde und noch etwas länger, auf den Bus der uns abholen wollte. Er kam nicht. So begaben wir uns dann, wieder im Dunkeln, noch auf das letzte Stück weg hoch ins Dorf. Wir wollten ja nicht den letzten Bus nach Chosica verpassen. Wir kamen gerade rechtzeitig an um ihn zu bekommen. Doch vorher war es ein langer Kampf, dass wir auch wirklich diesen nahmen. Es gab 3 unterschiedliche Informationen. Der fährt noch runter in den hinteren Teil des Dorfes, da steigen alle aus und ihr könnt einsteigen und es gibt dann Platz. Ihr solltet jetzt einsteigen die wollen alle nach Chosica und es ist der letzte Bus. Ihr könnt noch eine halbe Stunde warten, dann kommt noch ein Bus und da gibt es dann auch Sitzplätze.
Lustig war, dass die junge Frau die uns letzteres erzählte, auch erzählte das dieser Bus so voll wäre, weil er der einzige funktionierende zur Zeit wäre. Nun zum Zusammenhang. Den Tag vorher hatten wir knapp eine Stunde von Chosica bis nach Callahuanca gebraucht, bergab sollte es wohl schneller gehen, doch auf Grund der Besonderheiten der Strecke konnte man doch immer noch mit 40 Minuten rechnen, nun sollte dies der einzige noch funktionieren Bus auf der Strecke sein. Wie konnte der in einer halben Stunde wieder oben sein, leer und uns abholen? Zum Glück konnten wir die anderen davon überzeugen, bzw. Uschi, die 4. Deutsche im Bunde, wollte nicht mehr aussteigen, weil sie es eilig hatte zurück nach Lima zu kommen, das sie 2 Tage später zurück nach Deutschland fliegen musste. Ich bin immer noch der Meinung, wären wir nicht in diesen Bus gestiegen, wäre keine mehr gekommen und wir hätten die sonntägliche Nacht dort oben verbringen müssen. Prinzipiell kein Drama, wäre nicht der Montag wieder ein Tag mit regulärer Arbeit gewesen.
So waren wir dann gegen 10 Uhr abends in Breña -in Lima-, von wo aus dan die einzelnen zu ihrem Endziel, zu Hause, aufbrachen.

Freitag, 10. August 2007

Wochenendausflug nach Chosica Teil 2

Hier eine kleine stimmungsvolle Zugabe. Ich hab ein Teil des Mini-Flötenkonzerts was wird den Abend am Lagerfeuer gekriegt haben aufgenommen.

Dienstag, 7. August 2007

Wochenendausflug nach Chosica Teil 1

Und wieder mal eine Woche Funkstille.
Die interessanten Dinge der vergangenen Tage waren die Abschiedsfeier und der Abschiedsausflug meines letzten verbliebenen Kollegen hier in Lima.
Er fliegt Morgen zurück nach Deutschland und vor September wird es wohl keine neuen Zivis und Volontäre geben.
Freitag hatten seiner peruanischen Freunde im eine Party ausgerichtet, ich war mit einer Freundin eingeladen. Es gab Flens vom Fass und Benni hatte, zusammen mit einer ebenfalls deutschen Mitbewohnerin, ein Gulasch gekocht. Die Party war nett, es war keine der Monsterpartys wie ich sie im Flying Dog Longstay erlebt habe, sondern eine gemütlich Party unter Freunden. Es wurde getrunken, gegessen, gelacht und getanzt und der Ausflug am kommenden Tag besprochen. Auf Grund der lockeren Stimmung hab ich mich dann auch abschließend für das Mitfahren entschlossen.

Der nächste Tag, wir sollten um 2 Uhr da sein und kamen um kurz vor 3, was aber nichts machte, man saß zusammen und war noch beim Mittagessen. Nachdem auch der letzte noch 20 min. später eintrudelte, fuhren wir los. Zuerst an einer Strasse von der aus wir einen Microbus bis nach Chosica nehmen konnten. Dann für 3 Soles die Carretera Central bis nach Chosica, wobei der grösste Teil der Fahrt innerhalb Limas stattfand. Es war Samstag Nachmittag ganz Lima auf dem Weg nach Osten und es entstand der Eindruck stundenlang durch Ate und Vitarte zu fahren.
Dann Chosica, Sonne wenn auch schon etwas hinter den Bergen versunken. Wir warteten noch eine Stunde auf Nachzügler, die Armen hatten samstags noch arbeiten müssen. Dann ab zur Busstation dort standen 2 Buse, die aber beide nicht unsere waren, um uns herum wurde es schon dunkel. Dann endlich kam der Bus, der Guide viel jetzt ein das wir schnell alles schnappen sollten und ganz schnell in den Bus drängen um noch Plätze zu kriegen. Wir also alles Gepäck geschnappt und noch die Tüten mit heißen Hühnchen die wir vorher gekauft hatten und in den Bus. Natürlich war nicht mehr für alle ein Sitzplatz. Die unter uns die noch einen ergattert hatten stapelten auf ihrem Schoss das Gepäck der anderen. Ich hatte drei Tüten mit Hühnchen auch dem Schoss, das war angenehm warm ;). So fuhr der Bus, bis unter die Decke voll mit Menschen, Richtung Callahuanca. Wir fuhren und fuhren durch die Nacht. Irgendwann sah ich von meinem Fenster aus dann eine Lichterkette einen Berg hinauf wandern von dieser Entfernung her sah es unmöglich steil aus, nicht befahrbar mit dem Bus, so scherzte: “Ja jetzt fahren wir noch da rauf und wir sind da”. Meine Banknachbarin wusste auch nicht wo wir abschließend landen würden und scherzte mit, nur: wir fuhren dort hinauf. Gut, wenn auch nicht direkt die Strecke der Lichter. Die beleuchten die Rohre eines Wasserkraftwerkes, was dort am Berghang liegt. Wir schlängelten uns in Serpentinen den Hang hinauf und entschieden uns, nicht bei jeder Kurve genau aus dem Fenster zu gucken.
Oben im Dorf angekommen machten wir uns über die Hühnchen her, danach fuhr uns ein Bus an den Anfang des Abstiegs zum Campingplatz, der nur zu fuss und mit Eseln zu begehen ist. Doch vom Abstieg und dem Sonntag in der Sonne erzähl ich im nächsten Post.

Donnerstag, 2. August 2007

Anthropologen

Schon ist der erste August wieder vorbei. Gerade sind innerhalb von einer Stunde wieder 2 Gäste im Haus angekommen, ich bin also nicht mehr alleine.
Frank, ein Anthropologe aus den USA, der in den vergangenen Wochen schon ein paar Mal da war, und ein weiterer Anthropologe aus den USA. Er ist hier um die die Gletscherschmelze anzuschauen.
Frank sagte mir gerade, bevor er ins Bett ging, ob ich etwas über den neuen Gast wüsste, ich konnte ihm nur antworten das es nicht wirklich viel sei. Er wäre einer der bedeutendsten Anthropologen in den USA.
Ok, sag ich mir da, Julia reiß Ohren und Augen auf, du kannst ne Menge lernen.
P.S.: ganz vergessen ich war Gestern im Kino, hab Simsons den Film gesehen. Ja man kann ihn sich anschauen. Ich fand ihn auch richtig Lustig und hab auch fast alle Witze und Anspielungen verstanden. Die unter euch die Simsons eh schon "rosa schweinchen"-finden werden den Film prima finden.

Mittwoch, 1. August 2007

Abschluss Juli

Jetzt hab ich es gar nicht mehr geschafft im Juli über die letzte Woche im Juli zu berichten.
Ihr würdet mich vielleicht fragen wollen, wie der 28. Juli war. Warum? Der 28. Juli ist der Unabhängigkeitstag von Perú. Ihr würdet mich fragen ob es ruhig war, warum? Weil seit einigen Wochen die Lehrer streiken in Perú. Warum ich dass noch nicht erzählt habe?
Ich versuche, seit dem ich weiß, dass die Lehrer streiken zu erfahren, wie das eigentlich ist. Warum sie streiken ist mir halbwegs klar. 2 Gründe: 1. sie wollen mehr Lohn, die Lehrer werden hier auf den staatlichen Schulen wirklich armselig bezahlt. 2. sie wollen sich nicht testen lassen, bzw. protestieren gegen die Methoden des Testes.
Dazu muss man wohl ausführlicher werden. Es gibt seit dem letzten Jahr ein neues Gesetz, die Lehrer müssen ein Examen machen mit dem wird getestet ob sie die Fähigkeiten besitzen um ihre Schüler zu unterrichten, thematisch und auch pädagogisch.
Was ist daran nun schlimm? Man kann herunter gestuft werden (in einer Schulstufe tiefer) wenn man den Test nicht besteht.
Jetzt wird es vielschichtig, von hier ab kenne ich mehrere Versionen, der Staat gibt den Lehrern Unterstützung, nachdem sie durchgefallen sind, damit sie die Fähigkeiten für die Wiederholung des Testes auffrischen können, der Staat gibt die Möglichkeit nicht, bzw. dass er nach dem nicht bestandenen Test erst Hilfe anbietet ist doof, wenn man runtergestuft wird kriegt man weniger Geld, man kann seinen Job verlieren wenn man den Test nicht besteht usw.
Warum ist der Test nötig? Jetzt kommen wir zu einem grossen Problem in Perú, der Korruption. Es gibt in vielen staatlichen Schulen Lehrer die nie einen Kurs belegt haben um Lehrer zu werden, gekaufte Diplome, gekaufte Arbeitsstellen, die Praktiken sind vielschichtig und, Perú rangiert auf den untersten Plätzen in der Bildung “Weltweit”.
Was also tun.
Was mir noch einfallen würde zu Praktik der Regierung, sie hat einen harten Ton an den Tag gelegt als sie das Gesetz einführte, man lässt sich nicht gern als Halunke, Schuft und Dummkopf bezeichnen. Vielleicht wäre positive Motivation und schon vorheriges Angebot von Kursen ein guter Weg gewesen, aber was weiß ich schon ;).
Warum ist das im Zusammenhang mit dem 28. Juli so wichtig? In einigen Provinzen Perus waren die Ausschreitungen von Gewalt begleitet und äußerten sich stark. Das war vor allem in der Sierra der Fall. Einige Befürchteten dass die Ausschreitungen sich mit Hinblick der 28. verstärken würde und zum 28. ihren Höhepunkt in Lima finden würden, das traf nicht ein.
War war sonst noch seit dem ich wieder in Lima bin. Meine Besuche bei den Familien hab ich fortgesetzt ich hab an der Abschiedsfeier einer Kollegen in seiner statt teilgenommen -er hatte es verschwitzt und war dem entsprechend unglücklich- die Feier zum 28. in unsere Schule in Villa El Salvador hab ich besucht. Euch einen schönen Start in den August. Liebe Grüsse!

Sonntag, 22. Juli 2007

Mancora

sonnig, meerig, sandig, ruhig,

die Adjektive fallen mir auf die Schnelle fuer Mancora ein. Ich habe hier fuer guenstige 20 Soles ein Doppelbettzimmer mit Fernseher, das ist ganz guenstig dafuer, dass zur Zeit Zwischenhochsaison ist, so eine Woche vor dem Unabhaengigkeitstag in den Juli Ferien.

An den Straende hier finden sich zur Zeit auch Argentinier, Chilenen und alles was aus dem suedlichen Sued-Amerika eine Zeitlang dem Winter entkommen will.

Gleich zu Anfang, ich hab mir den Ruecken verbrannt, trotz der geliehen australischen Sonnencreme mit Faktor 30, die nach Kaugummi riecht. So ist einfaches am Strand rummluemmeln einfach nicht mehr drin, nagut halt nur mit T-Shirt.

Dafuer das erste Mal das ich Delfine gesehen habe, also ich mein bis auf des eine Mal in der Nordsee abgesehen.

So oft schein das hier nicht vorzukommen auch einige Peruaner kamen staunend ans Ufer gelaufen, was fuer ein Erlebniss muss es fuer die Schwimmer gwesen sein, die zu dem Zeitpunkt draussen im Wasser waren. Eine ganze Schule kam von Norden dicht am Ufer entlang und blieb auch einige Zeit dort. Ein schoenes Bild.

Es gibt einige chillige Cafés einige auch mit extrem chilligen Preisen ;). Anitas Place ist eine Cafetería die eine Schweizerin aufgemacht hat, hier gibt es echtes Vollkornbrot und vegatrische und veganische Gerichte.

Ich hab Heute Morgen in einem kleinen Café gefruehstueckt, Café Banana. Leckeren Fruchtsalat mit Yoghurt, Cerealien und Honig und dazu einen Becher guten starken Café cortado. Kurz vorher war ein peruanischer Tourist in diesem Café gewesen, dessen Besitzerin scheinbar auch naeht und sonst noch einige tut um ihren Lebensunterhalt zu sichern, waehrend sie in ihre Kueche war, hat diese Schmarozer ihr einen Rock geklaut und sich aus dem Staub gemacht. So sind sie, es fehlt einfach an Verantwortungsgefuehl bei ihnen. Zusammenhalt und ein bissel Weitsicht wuerde dieses Volk schon weiterbringen, so kaempft jeder fuer sich. Ein ungemuetliche Nebeneffekt dieses importierten, globalisierten Individualismus. In manchen Doefern und kleinen Nachbarschaften (auch in Lima) funktioniert der Zusammenhlat noch oder wieder, dies will ich euch auch nicht vorenthalten.

Was macht man sonst noch hier in Mancora, ja hauptsaechlich: schwimmen, surfen, sonnen und gut Fisch und Meeresfruechte essen.

Morgen Nachmittag geht mein Bus zurueck nach Lima, Ankunft Dienstag frueh und schon weniger Stunden spaeter werd ich wieder die Familien in Oasis besuchen.

Ecuador?

Hallo,
ja ich war nicht wirklich in Ecuador, gesehen hab ich die Grenze (Aguas Verdes) von einem Reisebuero aus. So ihr habt mich, bin ich einem Schieber auf den Leim gegengen? In jedem Fall hab ich fuer meine ecuadorianischen Stempel 30 Doller locker gemacht. Wahrscheinlich haette ich es auch billiger haben koennen. Ich hab dem Typen halt geglaubt das ich 72 Stunden im Ecuador bleiben muesste bevor ich wieder ausreisen koennte.
So stand ich also im seinem Reisebuero bei seiner Frau waehrend er mit meinem Pass und den 30 Dollern seinen Kumpel an der ecuadorianischen Grenze besucht hat. Ja irgendwie muss man das ja auch mal gemacht haben, oder?
Als wir dann im Auto sassen um zurueck nach Tumbes zu fahren erzaehlte er mir dann doch tatsaechlich, sein Freund, der da an der peruanischen Grenze der wolle halt auch noch 20 Soles um mir dann auch ein Visum fuer ganze 90 Tage zu geben. Nu da war dann langsam genug. Ich hab ihm erzaehlt das mir das mit den Problemen fuer weitere 90 Tage voellig neu waere. In Argentinien waere das schliesslich auch kein Problem gewesen. Und ausserdem ob er glaube oder nicht, ich bin keine reiche Touristin auch wenn ich vielleicht weis bin. Ich waere seid Maerz hier und ich wuerde mein Herz und meinen guten Glauben an die Menschen hier in Peru einbringen, ich kann verstehen wenn jemand Geld verdiehnen will, aber ich verdiehne zur Zeit keins und es waere auch nichts mehr bei mir zu holen. Zum Tonfall muss ich sagen das ich nicht sauer aber irgendwie verzweifelt klang, diese ganze Reise kam mir teurer als es zu verkraften war. Er lenkte dann ein und versprach mir an der Grenze beizustehen und auf seinen Freund einzureden.
Wieder bei der peruanischen Grenzekontrolle angekommen, und dann an der Reihe fuer die Stempel, passierte da doch etwas lustiges. Mein Begleiter kam mir fast Panisch vor. Der Grenzbeamte fragte mich ob ich Peru mag, ich eher ueberrumpelt von solchen Fragen antwortete verdattert, was wohl mein Glueck war. Ich erweckte so wohl den Eindruck der spanischen Sprache nicht wirklich maechtig zu sein.
Er fragte noch mehr. Was macht der Mann da fuer dich? Ist er dein Fahrer? Wieviel verlangt er von dir? Ich immer noch verdattert, und meine Fahrer antwortete Panisch fuer mich: nein nur Taxi fahrer, ich mach gar nichts, nein ich nehm nur 15 Doller von ihr fuer die Fahrt von Tumbes zur Grenze und zurueck.
Ich bekam dann wieder ein Visum fuer 90 Tage. Nun im Nachhinein interessant was passiert waere wenn ich gesagt haette das mir 30 Doller Bestechungsgeld fuer die ecuadorianischen Stempel aus den Rippen geleiert hat. Haette ich dann umdrehen muessen? Haette ich ihn auch bestechen muessen? Haette mein Schieber aerger bekommen? Fragen ueber Fragen, doch diesmal eher besser so. Vielleicht bekomm ich ja noch mal die Gelegenheit eine der Fragen beantwortet zu bekommen.
Dafuer dann aber wieder fuer guenstige 5 Soles von Tumbes mit dem Combi zurueck nach Mancora. 2 Stunden auf einer Sitzbank mit NULL Beinfreiheit ;) so liebe ich Peru!

Mittwoch, 18. Juli 2007

Zwangsurlaub oder Zwangsausreise?

Ich bin hier nur auf dem Sprung, schon eher auf dem Rennen nach Ecuador. Ich hatte mich ja am vergangenen Wochenende vor dem Ausreisen gedrückt, zu stressig zu wenig Zeit als das sich die 40 Stunden Fahrt lohnen würden. Wenn man nun ins sonnige fährt um dann eigentlich gleich wieder in den Bus zurück zu springen welch wahnsinn. Also bin ich übers Wochenende nur auf einen Ausflug gefahren.
Gestern war ich dann in der Immigrationsbehörde, ich dachte Verlängerung wird kein Problem sein ich bin zwar einen Tag zu spät aber ich werde halt eine kleine Straffe zahlen müssen und fertig.
Nichts da! Und auch nichts zu machen! Verlautete es von hinter dem Schalter. Ich bin drüber, ja das würde mich einen Dollar pro Tag kosten, aber eben nur zahlbar bei der Ausreise aus dem Land. Hm, blieb mir da die Spucke weg und hab ich mich geärgert. Jetzt kann ich nicht mit dem Workcamp nach Oxapampa fahren am Wochenende. Ich muss trotzdem die teure Busfahrt nach Ecuador bezahlen. Ich bin also so schnell wie möglich zum nächsten Reisebüro um mir für Heute eine Fahrt zu kaufen, wär das nicht schon genug: "Die Karten sind auf Grund der Ferien und des nahenden Unabhängigkeitstages teurer, 20 Soles.", "Knurrr". Gut ich habe das Ticket, in wenigen Stunden werd ich im Bus nach Ecuador sitzen. Ich werd erst am Dienstag wieder in Lima sein. Nutze ich halt die Zeit, in der Hängematte am tropischen Strand, und wälze dort Microfinanzberichte, meine deutsche Grammatik für Fortgeschrittene und arbeite am Konzept für das Projekt.
Vorher noch kurze Kino Info: Harry Potter und der Orden des Phönix lässt sich anschauen. Bin mal gespannt was er bei euch für eine Altersfreigabe bekommen hat und noch eine kleine Info zum Vergnügen im Kino am Ovalo in Miraflores. Dort ist fast jeder Kinobesuch wie der Besuch einer Sneak, ;) aber nur fast.

Dienstag, 17. Juli 2007

Einen Tag voll Sonne

Ich war übers Wochenende auf einem Kurzurlaub in Cañete mit einer Freundin. Das Ziel war es dem tristen und grauen Lima zu entkommen.
Nach einem Partybesuch bis 3 Uhr früh, einem 5-stündigen Schlaf, einem Theaterbesuch im Colegio San Christoferus, der Froschkönig und der eiserne Heinrich, traf ich mich mit einer Freundin um halb 5 bei ihr zu Hause.
Wir wollten einen Bus in den Süden nehmen, auf der Pan-Americana-Sur unter der Brücke der Av. Benavides. Dort angekommen, die Dämmerung war schon zu erahnen, mussten wir mit ansehen wie die Buse nur so an uns vorbei zischten. Die Panamericana ist nicht unbedingt der beste Platz um die Nacht zu erwarten. Nach einigen Nachfragen haben wir uns entschieden die Panamericana etwas weiter Richtung Süden zu fahren, mit einem der Micros aus dem limanesischen Stadtverkehr. Samstags um 5 Uhr nachmittags sind die bis oben hin voll, und das mein ich nicht nur so. Wir haben uns mit unseren Rucksäcken in den Micro gestopft. Dort, zwischen den ganzen Menschen eingeklemmt, fragten wir noch einmal wo wir denn genau in die Buse einsteigen könnten. Na, was meint ihr wie viele unterschiedliche Antworten wir bekamen? Es war auf jeden Fall eine rege Diskussion im Gange und man setzte uns weniger Kilometer südlich dann wieder auf die Strasse. Dort fragte wir noch einmal und wir bekamen dann die richtige Antwort und wir konnten noch vor der Dunkelheit in den nächsten Bus einsteigen. Für 8 Soles nach Cañete, das ist ca. 140 Kilomter südlich von Lima.
Dort angekommen mit einem Combi weiter zur Imperial in Cañete Stadt, und dort dann mit einem weiteren Compi für 3 Soles nach Inuhuana. Dort wartete ein Reserviertes Hostelzimmer auf uns. Was wir nicht wusste, an diesem Wochenende war auch noch das Fest der Heiligen Magdalena. Auf dem Weg durchs Dorf, auf der Suche nach einem Abendessen, sahen wir die Prozession mit Musikern und wir wurden bestimmt alle 10 Meter gefragt ob wir am kommenden Tag eine Rafting Tour machen wollen.
Meine Begleitung enschied sich für eine Raftingtour, ich wollte dieses Risiko nur eine Woche nach meiner Grippe nicht eingehen.
Nach dem Essen fiel ich wie tot ins Bett, und schlief bis zum nächsten Morgen durch. Dana war um 2 Uhr von dem Feuerwerk zu Ehren der Heiligen geweckt worden. Nach einem guten Frühstück ließ sich Dana dann zum Rafting entführen, ich kam zum gucken mit ;) das wollt ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Gegen 11 Uhr morgens war auch die Sonne durch den Nebel gebrochen und wir hatten einen wunderbar blauen Himmel über uns.
Nach dem Rafting wollten wir dann was schönes zu Mittag essen, bevor wir wieder zurück nach Lima mussten. Ich hatte den Tipp bekommen das ein schönes Gelände mit Ruinen und einem Restaurant/Hotel ein gutes Mittagessen bereithalten würde. Eine halbe Stunde zu Fuss flussabwärts. Wir entschieden, uns von einem Motortaxi hinfahren zu lassen. Am zentralen Platz versuchten wir dann zusammen mit den ortsansässigen Motortaxifahrern den Ort zu lokalisieren, ich hatte keine Namen.
Nach eine halben Stunde Fahrt (der aufmerksame Leser unter euch muss schon erkannt haben das da etwas komisch ist) kamen wir dan an einer Hazienda an, rieeeesig! Wir gingen durch das grosse Tor und über den ebenso rieeeesigen Hof die Treppen hinauf auf das Gebäude zu, welches wie das Restaurant aussah. Drinnen an einem Tisch sassen nur zwei Menschen. Als wir uns entschieden hatten zu bleiben und uns einen Platz suchen wollten wurden wir von den Beiden eingeladen uns zu ihnen zu setzten.
Der Gesprächsverlauf, die zwei waren an dem Wochenende auf dem Hof um über die Möglichkeiten des Exportes der hofeigenen Produkte nachzudenken und wie sie das Hotel im Ausland bekannt machen könnten. Uns wurde gleich Wochenendjobs angeboten, auf Grund unsere Sprachkenntnisse, und nach dem wir dann auch noch eine esoterische Unterhaltung hatten, wurden wir eingeladen mit ihnen den Abend wieder zurück nach Lima zu fahren.
So war ich, zu Überraschung meiner Gastfamilie, pünktlich zum Abendbrot wieder in Lima.
Frisch mit neuer sonnengenährter Energie und willens das Projekt voran zutreiben, bin ich wieder in Lima. Heute sass ich dann wieder den ganzen Tag vor dem Computer, puh das zieht Zeit, es ist unglaublich wie lange man für eine paar Zeilen Text vor dem Computer sitzt. Morgen früh muss ich meine Visum verlängern, im Office für Immigration, danach werd ich dann wohl nach Villa Salvador und mit der Direktorin der Schule darüber sprechen, ob und wie ich einen Plan machen kann um in den Ferien einige Familien zu besuchen.
Natürlich gab es letzte Woche noch mehr, ich werde versuchen die vergangene Woche dann etwas später festzuhalten.

Montag, 9. Juli 2007

Samstag, 7. Juli 2007

Wochenupdate

Ich bin die ganze Woche nicht zum schreiben gekommen, was nicht heißt das nichts los war.
Wochenende war zum Glück ruhig, nichts anderes hätte ich verkraftet.
Montag bin ich dann, etwas zu spät, zum Workcamp in San Christoferus. Ich hab natürlich nicht an extra Klamotten gedacht, wobei ich auch an sowas nicht wirklich viel auswahl habe. Nach ein bisschen Verbesrechung ging es dann ans Graben. 20 Zentimeter ausheben für einen Sport/Volleyball Platz. Sand und Erde mit unterschiedlichem Staubanteil. Und zu anfangs noch keine Staubmasken.
Mit Hacken, Spaten und Schaufeln ging es dem Sand und der Erde an den Kragen. Ich bin dort gegen kurz nach 4 weg, da ich einen Nachholtermin für meine Englischnachhilfe hatte.
Um 7 kam ich dann völlig fertig nach Hause, mit dem Wissen das ich am nächsten Tag einen Mörder-Muskelkater haben würde. Beim Checken meiner Mails sah ich , dass mein Begleiter für die Oasis Tour am kommenden Tag noch nicht zurück sein würde, Titicaca ist dann doch etwas weit weg für einen schnellen Rückweg nach Lima, ich musste mir dann kurzerhand noch schnell eine Begleitung für den kommenden Nachmittag besorgen.
Nächste Morgen dann Reisebüro Tour und Internet Recherche, wie ein Gruppe von 15 Personen, möglichst individuell (damit mein ich halten können wenn man Lust dazu hat) und am Tag (natürlich auch am Stück) für nicht so viel Geld nach Oxapampa verfrachten. Nachmittags dann nach Oasis. Wir standen etwas unter Zeitdruck, weil sich den Tag vorher eine Überraschung für den Dienstag Abend angekündigt hatte. Eine “corta pelo” Zeremonie bei und zu Hause, um 6 Uhr. Aber ich hatte ja noch meine Englischnachhilfe. Dort war ich dann um 6. Eine Stunde Nachhilfe und dann so schnell wie möglich nach Hause, mit dem Taxi? Unter 7 Soles wollten die mich an diesem Abend nicht transportieren. Also nahm ich doch den Combi. So was ich dann kurz vor 8 zu Hause. UND?? Keine Huancavelicaner. Nur gespante Gäste. Wir unterhielten und nett und warteten gespannt auf ihre Ankunft, aber ein Teil der Gäste musste noch einen Flug nach Buenos Aires bekommen und einige mussten Arbeiten, so waren wir um 10 Uhr alleine. Wir räumten noch auf und waren schon alle auf dem Weg ins Bett, da klingelte es an der Tür. Die Familie stand dort mit Sack und Pack vor dem Gartentor. Dann haben wir um 11 Uhr abends dann doch noch mit der Feier begonnen, es wurde Coca geteilt, Pisco getrunken und als die Kleine, deren Haare geschnitten werden sollten, aufwachte. Wurden auch noch Haare geschnitten. Das ganze ging bis nach 1 Uhr. Die Familie wurde dann Kurzerhand im Fernsehzimmer eingelagert und 5 Huancavelicaner, die vermutlich noch nie eine heisse Dusche gesehen hatten, teilten sich jetzt mit mir das Bad. Ich hab halt etwas unruhig geschlafen durch den regen Betrieb im Badezimmer nebenan.
Am nächsten Tag musste ich mich für ein nachmittägliches Treffen vorbereiten. Die Freundin einer Freundin arbeitet für eine Gesellschaft, die so etwas wie Stadtsparkassen (Cajas Municipales) fördern wie auch NGO´s die Mircokredit Projekte hier in Perú umsetzten, als auch, dass sie selbst ein Mircofinanzas Plan haben. Ich lernte der aus Deutschland stammenden Chef kennen, der mich auch interessiert nach unserer Projekt Idee fragte und bekam einen Haufen Informationen zum Nachlesen und Informieren.
Auf dem Weg dort hin und zurück, hab ich mir dann wohl eine Erkältung aufgefangen. Es war der erste Tag seid 2 Wochen mit Sonne, so plünnte ich mich aus und sass dann im T-Shirt im Bus, wo ich mir wohl ordentlich Zug geholt habe. Zusammen mit dem zu wenigen Schlaf der vergangen Tage in Verbindung mit einigen Schlücken Alkohol, wollte mein Immunsystem wohl nicht mehr.
Donnerstag früh war dann wieder Workcamp angesagt, ich kam schon mit Halsweh dort an. Vormittags machte ich ein paar Anrufe und half beim Lehm-Sand-Beton Anmischen für eine Bankkonstruktion. Nach dem Mittagessen haben wir uns daran gemacht den ersten Konzept Entwurf noch einmal durchzugehen und mit der Hilfe von Claire und David, den beiden Workcamp Leitern, die Konzeptionierung noch einmal neu aufzurollen. Danach fuhr ich dann auch Ville Salvador, in der Sektor I, zur Schule und hatte dort eine Reunion mit zwei Frauen. Wir hatten eine gutes Gespräch und eine der Frauen bekam die Gelegenheit ihr Unglück über die momentane Situation loszuwerden. Nach dem Ende der Reunion unterhielt ich mich noch einmal mit der Direktorin der Schule, wir hatten uns lange nicht mehr mit ihr ausgetauscht zum Stand des Projektes. Dies war das erste Mal da sich danach alleine nach Hause fahren sollte, am Schultor sagte sie noch, ich solle schnell die Strasse überqueren, letzte Woche wäre eine Lehrerin an der Ecke überfallen worden. Ich hab also schnell die Strasse gekreuzt und bin in einen Combi eingestiegen.
Am nächsten Morgen, als ich um 7 Uhr aufstand um mich auf den Weg zum Workcamp zu machen, war klar das ich zu Hause bleiben sollte. Ich war, und bin es auch noch immer, echt krank. David rief ich an und sagte ihm trotz dem schlechten Gewissen ab. So verbrache ich den Freitag, mit Zwiebelsaft und Tee und in drei Schichten eingewickelt, mit einem, in der Mikrowelle aufgewärmten, Weizensäcken vor dem Computer und schrieb Berichte, Protokolle und fing mit einem neuen Konzept zum Projekt an.
Heute werd ich um 3 am Nachmittag meine neue Schülerin treffen, sie will Deutsch Intensivunterricht und um 5 Uhr wird es Kaffee und Kuchen bei Edith geben. Die hab ich jetzt auch schon seid fast 3 Wochen nicht mehr gesehen. Ich hoffe ich bin bis Montag wieder richtig gesund, wo wieder ein Workcamp Tag für mich ist.
Euch eine schönes Wochenende.

Samstag, 30. Juni 2007

24 Stunden wach

Hi,
ich war am Donnerstag für 24 Stunden wach. Das Ganze kam so. Ich stand Donnerstag Morgen um halb 6 Uhr auf. Ich war um 6 Uhr verabredet, mich mit Julia und einem Bekannten zu treffen. Wir wollten mit der Frauenrunde der deutschen, evangelischen Kirche einen Ausflug machen, die Besichtigung einer Projektes. Es geht um Kindernährung (ich weiß nicht wie ich es nennen soll) und eine Schule.
Zuerst sind wir in die Küche gefahren wo für 11.000 Kinder jeden Tag eine Milchspeise gekocht wird. Sie bekommen einen Becher davon un ein Brötchen und machmal auch noch eine Banane, zur Zeit bekommen sie auch noch ein Tütchen mit kalifornischen Rosinen.
Finanziert wird das ganze durch Spenden. EIn grosser Teil der Lebensmittel wird aus den USA gespendet. Kaufen, lokal, tun sie den Zucker.

Wir sind an 2 Essenausgabestellen vorbei gefahren. Die Kinder standen dort in reihen aufgereiht und mussten auf uns warten bevor sie ihr Essen bekamen (wegen der Vorführung). Als wir ankamen ging es los, zuerst singen die Kinder christliche Lieder, danach bekommen sie das Essen. Wir Besucher sollten helfen das Essen zu verteilen, ich konnte mich nicht überwinden mitzumachen weil ich mir nicht sicher über den Nutzen der Aktion bin. Seid vielen, vielen Jahren bekommen Kinder an diesen Stellen das Essen, es wird nicht gefragt was ihre Eltern an Einkommen haben warum sie ihre Kinder nicht ernähren können bzw. ob sie es wirklich nicht können. Und es wird auch nicht geändert, es wird dort ein System der Abhängigkeit geschaffen. In den Nähe der jeweiligen Essen stellen zeigte man noch Häuser in den Pueblos Jovenes, ich wollte nicht rein, ich weiß ja auch schon wie Häuser dort aussehen können. An der zweiten Stelle zeigte man uns ein Haus was sie gebaut haben für eine Familie die nicht in der Lage war sich selbst ein zu bauen?
Davon sollen in der kommenden Woche noch 6 gebaut werden, der Bau pro Haus kostet 1.000 Dollar. Danach fuhren wir noch in eine Schule, die Kinder dort kommen aus sehr armen Gegenden von Lima. Ihre Bildung wird durch Patenschaften finanziert. Die Ausstattung der Schule ist neuster Stand er Technik. Sie lernen in der Sekundarstufe auch Deutsch. Wir wurden in einige Klassen geführt und immer wurde uns etwas vorgesungen. Die Kinder dachten dass wir Paten sind. Überall dankte man uns überschwänglich. Wie ich zu der Schule stehe weiß ich noch nicht, ich finde Bildung grundsätzlich gut und eine wichtige Sache. Bekannte von mir sagten nur, das die Kinder die die Chance bekämen auf die Schule zu gehen, völlig aus ihrem sozialen Netz rausfallen würden. Der Unterschied zwischen der Schule und der Welt Zuhause wäre so stark, dass sie es nicht verarbeiten könnten. Ich selbst konnte mir davon kein Bild machen. Wir bekamen dann noch Essen in der Schule. Gegen 5 Uhr waren wir dann auf dem 2. Termin des Tages. In der heilpädagogischen Waldorfschule San Christoferus. Zu San Juan, bzw. zum Johanni Fest. Es gab Tänze der Kinder und zum Schluss ein toles Feuer. Von unseren Müttern aus Villa Salvador kam eine zu diesem Fest. Sie sah die Schule und wollte sofort wissen wie hoch das Schulgeld ist, sie will ihren Jungen wechseln lassen, sie meinte dass ihr Sohn auf der staatlichen Schule nicht weiterkommt. Als wir gingen, zum nächsten Termin, war sie gerade im Gespräch mit einem der Lehrer zu diesem Thema.
Um 20 Uhr hatten wir wieder eine Volontärtreffen. Wir waren nachher richtig viele und es waren auch 4 Peruaner/innen dabei, auch dies wächst. Wir schafften bei diesem Treffen nur uns alle vorzustellen und unsere Projekte und uns etwas zu unterhalten. Es wird bestimmt noch super.
Ich war den um 11 Uhr abends wahnsinnig müde zu Hause. Aber noch war mein Tag nicht zu Ende. Ich bin noch zum 6. Geburtstag der Flying Dog Hostels. Dort tauchte ich also hundemüde um kurz vor 12 auf. Ich kann euch nur sagen, es war nett aber anstrengend. Ich war erst um kurz nach 8 am nächsten Morgen zu Hause, und noch nicht wieder ganz nüchtern. Ich hatte eine Menge Spass und eine Menge Cuba Libre. Das Ende der Party war etwas früher als 8 Uhr, die Jungs haben mir noch ein Bett im Hostel angeboten für ein paar Stündchen. Ich glaub sie wollten mich nicht so nach Hause gehen lassen.
Und wieder merke ich dass ich nicht jünger werde. Ich bin nach der Ankunft zu Hause gestern morgen dann noch mal bis 4 Uhr nachmittags ins Bett. Aber dieser 24 stündige Tag war auch ohne die Party schon ein gutes Stück Arbeit.
Ganz vergessen hab ich noch, als ich auf dem Johanni Fest war, sah ich über dem Volontär Haus folgende Fahne wehen:

Mittwoch, 27. Juni 2007

Fussball und Abschied

Heute ist ja Dienstag, dass ist ja normalerweise mein Oasis Tag. Das war es auch Heute, nur das besondere Heute war (abgesehen das alle mein Besuche dort wieder und wieder besonders sind und ich ständig dazu lerne), dass die andere Julia ;) Heute das letzte Mal mit mir dort runtergefahren ist. Diese Touren fingen ja an, weil ich sie begleiten sollte, damit sie nicht alleine dort runter an das südliche Ende von Lima fährt.
Es war schon ein beunruhigendes Gefühl zu sehen wir schwer es ihr fiel sich zu verabschieden und wie nah es ihr ging. Ich weiß ja, dass ich noch einige Wochen wieder kommen werde. Wie wird das sein wenn ich mich auch wie ein Teil der Menschen fühle und weg muss und nicht weiß ob ich je wieder komme.
Corrie, die Mutter des Kindes was Julia dort betreut hat, hat gesagt, dass Julia für sie ein Teil der Familie geworden ist und dass sie sich jeden Dienstag auf ihren Besuch gefreut hat. Der Abschied war dann doch tränenreich und ich musste mich zusammen reißen, "a mí me da pena".
Der Weg nach Hause führte uns dann wieder an "unserem" Mercado Modelo vorbei, wo wir dann noch für unglaubliche 1 Sol ein Kilo mini Bananen und für 1 Sol 1/2 Kilo Mandarinen gekauft haben. Für einen Euro kriegt man zur Zeit fast 4 1/2 Soles.
Ich bin dann zu meiner Englischnachhilfe, die Familie "stand" vor dem Fernseher. Fussball, Perú gegen Uruguai, Anfang der 2. Halbzeit, ich glaube es stand 1/0 für Perú.
Ich musste das unterbrechen ;), pobrecito. In English hat Sebastian heute lernen müssen, was ist any und was ist some. Und wie erzählt man was man in seinem Zimmer hat und was nicht. Ich lerne selbst noch gut was dazu, bzw. ich fang wieder an, das Englisch was ich so selbstverständlich benutze, zu reflektieren, was für Regeln benutz ich da eigentlich, was für Zeiten?
Perú hat das Spiel 3/0 gewonnen.
Ich bin dan auf dem Heimweg mit dem Combi nicht wirklich nach Miraflores reingekommen. Ich bin dann vom Paseo de República nach Hause gelaufen, aber ein bissel laufen, bevor ich wieder ein paar Stunden vor dem Rechner sitze, schadet ja nicht.
Als ich gerade den Parque Kennedy überqueren wollte, sind lauter Peru Fan-Busse die Diagonal runter. Weiss-Rot Lackiert, so was hab ich ja gar nicht gesehen. Hupend, Rufend, Fahnen wedelnd und das aus Mirco-Bussen in der Farben von Perú, weiß nicht genau waren wohl ein halbes Dutzend.
Ich werd mich jetzt dann aber auf die Socken in die Heia machen. Ist schon kurz nach 11 Uhr, und ich bin müde.
Grüsse und gute Nacht an Euch da draussen.

Dienstag, 26. Juni 2007

Besuche bei Aynimundo

Ich komm ja nun schon seid einer Weile nicht mehr regelmässig zum
Schreiben. Was ist passiert die letzten Tage.
Vergangenen Donnerstag war wieder eine Reunion in Divina Misericordia in Villa el Salvador. Es waren 5 Frauen da, eine war schon mal auf einem vorherigen Treffen gewesen, der Rest der Frauen war neu. Als wir ihnen ein bissel von der Idee erzählt haben, wollte sie unbedingt den anderen Müttern in der Schule bescheid sagen, dass sie auch kommen müssen, zusammen könnte man ja mehr erreichen. Wir waren erfreut über die diese Initiative und wollen schauen wie stark sich die Frauen zur nächsten Reunion unterstützen und ermutigen werden und
wie viele kommen werden.
In der Nacht vor dem Donnerstag waren die beiden Workcampleiter, für das Workcamp in Chorrios in der Schule San Christoferus, angekommen. Das Workcamp wird vom 1. bis zum 28. Juli dauern und sie werden eine Wasserfilteranlage in der Schule bauen.
Ich kannte die beiden vorher noch nicht, so haben wir uns beim Frühstück kennen gelernt und gleich wieder eine Menge Neues, neue Ideen, Infos und Denkanstösse bekommen.
Freitag Morgen war ich mit Michaela und den Beiden, Claire und David, zum ersten Mal im Büro von Aynimundo. Dort haben wir uns mit der Zuständigen für die Jugendarbeit bei Aynimundo, über mögliche Zusammenarbeit unterhalten. Vorerst bei dem Workcamp und später vielleicht auch bei dem Microkredit Projekt.
Samstag sass ich, bis auf die nötigen Essenunterbrechungen, den ganzen Tag am Rechner und hab an einem Entwurf für eine Zeitung gebastelt, die ein Format für die Volontärberichte sein könnte, der Volontäre die jetzt in den kommenden Wochen fertig werden.
Sonntag Abend wollten wir dann zu einem Micro-Cine Projekt, der Jugendlichen von Aynimundo in Pamplona Alta, Villa Maria de Triunfo.
Wir sind mit einem Taxi bis da hoch, kamen am Casa del la cultura an und fragten am Tor nach dem Cine-Projekt. Man hat uns dann nach hinten auf die Cancha geschickt. Dort war auch ein Gruppe Leute dabei einen Projektor aufzubauen.
Wir haben uns unterhalten, was nicht immer einfach war, weil die junge Frau aus der Gruppe, die sich mit uns unterhielt, wahnsinnig schnell sprach. Manchmal eben merkte, dass wir einiges nicht verstanden, aber deswegen beim Wiederholen des Satzes nicht langsamer wurde. Es stellte sich dann heraus das es ein Gemeinschaft ist, die machmal eigene Reportagen macht, oder thematisch passende Filme und Dokumenttagen raussucht um diese dann an unterschiedlichen Standorten in Lima zu zeigen und mit dem Publikum später über das Gesehene zu diskutieren.
Heute Morgen haben wir von Julia, die als Volontärin bei Aynimundo arbeitet, erfahren dass diese Gruppe junger Leute nichts mit Aynimundo zu tun haben, das MicroCine Projekt der Jugendlichen aus dem Haus wäre diesen Sonntag ausgefallen und man hatte vergessen und
Bescheid zu sagen. Was ein Zufall das wir trotzdem auf eine Gruppe junger Leute mit einer OpenAir Cinema Idee gestossen sind. Ausser den filmischen Reportagen, schreibt die junge Frau noch für Indymedia Perú und erzählte uns Gestern Abend, dass sie mit dem
Hauptverantwortlichen von Indymedia Perú befreundet ist, wie noch einige aus ihrer Gruppe.
Wir tauschten E-Mail Adressen aus und werden wohl noch wieder in Kontakt treten um noch mehr über die Organisationsstruktur von Villa Maria und Villa Salvador zu erfahren.
Heute war dann Arbeitstag bei Michaela. Der Tag vor dem Rechner mit Anpassen von Blog, E-Mail-Verteilern und dem Schreiben von E-Mails. Weitere interessante Gespräche mit den anderen Gästen in Michaelas Haus gabs noch als Goddy.

Freitag, 22. Juni 2007

Lizenzen für Medizin

Warum nicht so etwas wie "Common License" für Medizin?
Als ich Heute Abend nach der Reunion in Villa Salvador nach Hause
kam, wurde hier gerade angefangen zu essen. Es war Besuch da, ein
Biologen-Pärchen und ein Freund der Familie der im Development-
Bereich arbeitet.
Das Gespräch kam auf Medizin, bzw. auf den Freihandelsvertrag mit den
USA der Peru angeboten wird zu Zeit, der beinhaltet, dass die
angesprochenen Regeln im Vertrag in das lokale Gesetz eingehen. Teil
dieser Vereinbarung ist, dass Peru die US-amerikanischen Gesetzte zu
Medikamenten Patenten evaluieren und anwenden soll.
Abgesehen davon was die Unterzeichnung des Vertrages für die lokale
Kleinwirtschaft in Peru bedeutet würde, Kleinbauern die in Konkurrenz
zu den subventionierten Lebensmitteln der US-Amerikaner ihre Produkte
nicht mehr vermarkten können, würde es eine Möglichkeit geben
Medikamente hier in Peru nach dem US-amerikanischen System zu
patentieren.
So wieder die Frage müssen Medikamente so teuer sein? Besteht die
Gefahr, dass vorhandenes Wissen über Naturmedizin aus der Amazonas
Region "gestohlen" wird und mit einem Patent versehen dem Schnellsten
zu "mehr" Reichtum verhilft. Warum diesen Community´s nicht ein Werkzeug in
die Hand geben, mit dem sie ihr Wissen lizensieren können und es der
Gesellschaft zu Verfügung stellen und Unternehmen die erwiesener
Massen Gewinne aus ihrem Wissen schlagen müssen "Lizenzgebühren" zahlen.

Dienstag, 19. Juni 2007

Ceviche

Das muss ich euch noch ganz kurz erzählen.
Ich habe Heute einen üblen Frevel gegenüber der peruanischen Küche getan.
Ich habe Cerviche gebraten.
Am vergangenen Freitag hat einer der Hausgäste Cerviche (das ist in Limonensaft gegarter Fisch, also roh) gekauft. 4 Portionen, es war so reichlich das einiges übrig blieb. Das hier Sonntag aber Vatertag, ging es Sonntag zum Essen auswärts.
So war Heute noch von dem Fisch übrig, es roch gut aber ich hatte die Idee, um auf Nummer sicher zu gehen, ihn doch anzubraten. Ich erntete entsetzte Blicke, ließ mich aber nicht abbringen, obwohl man drohte das uns bei diesem Verstoß gegen die peruanische Küche wohl die Decke (oder der ganze Himmel) auf den Kopf fallen würde.
Es war köstlich, so lang mariniertes Fisch-Fleisch in Saft mit Gewürzen. Es war richtig lecker. Zwei meiner drei Mit-Abendbrotesser haben probiert und dieser Einschätzung voll zugestimmt.
Sie meinten ich hätte Geschichte geschrieben, das musste ich euch natürlich noch kurz erzählen :).
Gute Nacht

Einwanderungsbehörde

Mein Besuch des Büros für Einwanderung.
Das war jetzt schon letzte Woche, aber ich hatte das völlig vergessen.
Ja, Beni meinte bei dem Besuch es würde ihn an einer der Asterix Comix erinnern, ich musste ihm da zustimmen.
Ich war den Abend vorher (spät) noch angetrunken ins Hostel gewanckt und hatte dort erzählt wo ich am nächsten Morgen hin muss. Ich bekamm dann so sachen wie, "mejor con dos, formulario 7 tienes que esperar, bajar, pagar, espera orta ves" erzählt, hörte auch brav zu, aber so richtig zusammen hab ich das dann morgens nicht mehr gekriegt.
Also Informationsschlange ich, Beni nen Schalter den ich vorher schon irgendwo erfragt hatte. Verdammt, er war schneller dran, als es den Eindruck machte das er dort bediehnt wird, hab ich meine Position an der Info aufgegeben und hab zu ihm aufgeschlossen, aufmerksam zugehört (einige der Sachen die die Dame sagte kamen mir irgendwie bekannt vor, hab ich Neto den Tag vorher also doch ganz gut verstanden)
und am Ende wollte ich ganz brav auch ein Formular, die Dame "Hinten anstellen". Gut ich mich hinten angestellt und, gewartet, gewaretet .. und. Als ich dann an den Schalter vorrückend durfte, füllte sie mir einen Zettel aus, erklärte mir was ich machen soll UND gab mir keine Formular. Ja sie hätte keins mehr ich müsste zwei Stockwerke runter und dort an dem Schalter usw. Wir haben dann bei der Bank ca 91 Soles Zahlen und unser Papiere noch kopieren müssen und uns wieder oben am Schalter anstellen.
Ich war froh das ich nicht alleine gegangen bin, es war wirklich nicht so spannend, so kannte man sich wenigstens während des Schlangestehens unterhalten.

Sonntag, 17. Juni 2007

Konfus auf dem Biomarkt

Ich war Heute Morgen alleine auf der Bioferia (Lima, Miraflores, Parque Reducto) einkaufen, Heute ist mir umgehen mit Menschen nicht so leicht gefallen was einen Einfluss auf mein zurechtfinden auf dem Markt hatte.
Auf der Feria angekommen wollte ich dann den Weg, wie letzte Woche von Maria gezeigt, über den Markt laufen.
Ich hatte nur grosse Scheine dabei. Ich bestellte Tomaten und ein bisschen anderes Gemüse und wollte dann mit einem 50er Schein die 4 Soles Ware bezahlen. Wie schon zu erwarten, konnte man mir nicht wechseln. Schon etwas besorgt das mir das an jedem Stand so gehen würde, ließ ich die Sache dort erst mal für mich verwahren bis ich kleines Geld haben würde.
Ich kaufte dann noch an 2 Gemüse- und Obststände ein. Dabei ist mir eine Sache etwas unerfreulich aufgefallen. An einige Ständen standen alte Leute die darauf warteten bedient zu werden, ich versuchte freundlich zu sein wenn ich später am Stand ankam und wollte warten bis sie bedient sein würden, DOCH es kamen immer wieder jüngere Peruaner die sich einfach vordrängelten, das stellte meine Gedult sehr auf die Probe.
Vermutlich von diesen Erlebnissen völlig in träumen gebracht, lief ich den Rest der Stände nun total abwesend ab.
Ich kaufte noch entrahmten Joghurt von der Ziege, genau wie frischen Schafskäse mit Kräutern und Gewürzen. Beim Stand wo ich Vollkornmehl kaufte, habe ich vergessen mein Rückgeld abzuwarten und lief ein fach los, die Frau rief hinter mir her und gab mir mein Wechselgeld (wie nett). Am Stand wo ich Trockenobst für das Müsli kaufte, da hab ich nur die Nüsse mitgenommen und die Tüte mir dem Obst vergessen. Ich bin so schnell weitergedüst, glücklich weil ich alles hatte, dass ich schon fast wieder an der Hauptstrasse war, da kam die Dame rufend hinter mir her gerannt, mit meinem Trockenobst.

Der Rest des Tages war so, das ich auch ständig nach Worten suchte, ob nun auf Spanisch oder auf Englisch. Ich entschied mich auch nicht zum Theater ins Strassenkinderhaus zu gehen.

Freitag, 15. Juni 2007

Hühner im Micro

Hallo,
ich weiß für den unaufmerksamen Betrachter kann es zuerst nach Hühnern in der Micro aussehen. Aber nein ich hab keine Hühner in die Microwelle getan. Ich bin von einem der besten Viertel der Stadt mit einem Microbus bis nach Oasis gefahren, im Gepäck, bzw. im Karton hatte ich 4 Hühner.
Auch hier würde der eine oder die andere sagen, das dumme Huhn hatte ja schon immer Schnapsideen. Das war dann jedoch die schone eine Krönung der Ungewöhnlichkeit.
Ihr glaubt gar nicht wie mich die Peruaner dann später in dem kleineren Bus nach dem Umsteigen angeschaut haben. Ok, Gringas die mit Kartons in den Kleinbussen in Slum-Gegenden rumfahren mag schon ungewöhnlich sein, als die Hühner (fast noch Kücken) irgendwann keine Lust mehr hatten still zu sein, war die Sensation gross. Ich glaub sowas sieht man selten.
Aber ein Lächeln haben wir allen Mitfahrgästen auf das Gesicht gezaubert, die auf ihre "Fragenden Blicke" ein Schulternzucken und verlegenes Lächeln ernteten.
Und wozu der Hühnerkram? Ja, das war der Tausch für den Papagei, die ehmals stolze Besitzerin des Tieres war um so stolzer als sie das Federvieh auspackt und uns versicherte das wär ja priiiiimmmmmmaaa, das wären ja auch noch "Ponedoras"
Unsere Gesichter "?!" ... ja das ja schön. Wir hoffen ja, dass diese Tauschaktion nicht nach hinten losgeht und das schon gute Verhältniss zu den Frauen dort wieder zunichte gemacht wird, mit diesem Tauschgeschäft. Wir wollen ja eben nicht wie alle sein und Dinge mitbringen und eben auch nur auf diese Geberrolle limitiert werden.

Montag, 11. Juni 2007

Winterklamotten ...

Ich war Heute Winterklamotten kaufen. Also 2 Unterhemden, 2 langärmliche T-Shirts. Einen schönen Winterpulli aus Alpaka. Von meiner Gastfamilie hab ich noch ein paar Handschuhe ausgeliehen bekommen und eine tolle Mütze die mich wie ein Pilz aussehen lässt :), ich hab auch noch ihre Hochlandsocken bekommen, die sie trägt wenn sie pben in Huancayo ist, ich darf sie zum schlafen tragen solange sie nicht hoch fährt. Meine Armstulpen hab ich fast fertig gestrickt, danach muss ich noch eine Beinstuplen stricken und ich müsste alles für den Winter haben. Eine Wärmflasche hab ich zwar noch nicht aufgetrieben, aber ich hab jetzt ein Weizenbeutelchen, das ich ihn der Mikrowelle aufwärmen kann und die ganze Nacht warm bleibt.
Ich hab Heute noch den Papageien in seinem neuen Zuhause besucht. Es ist kein Soldaten Ara, es ist ein Rotbugara. Es wird wohl in den kommenden Wochen auch noch ein schönes Foto von mit und dem Vogel geben, wo er mir auf dem Kopf sitzt.
Er hats gut, sitzt in der Mitte vom Garten auf einem hohen Ast, keine Fußketten und nicht im Käfig, traumhaft.
Ich war Samstag früh mit meiner Gastgeberin jetzt das erste Mal auf der Bioferia. Eine Strasse entlang Stände mit Produkten aus der Umgebung und auch aus der Sierra. Ich hab eine eigene Müsli-Mischung gemacht und mir dort die Zutaten gekauft.
Nächsten Sonntag läuft mein Visum für Peru ab, ich werde wohl in den Norden fahren und mir an der Grenze zu Ecuador ein neues besorgen. Dabei kann ich dann einen Tag Karibik-Feeling schnuppern. Wenn ich schon da hoch fahre werd ich mich noch nen Tag an den Strand hauen. Wird dann wohl um so ungemütlicher werden wenn ich zurück im Lima-Winter bin.
Sonnst hatte ich am vergangenen Freitag noch meine 2. Stunde Englisch-Nachhilfe. Ich werd jetzt immer 2 Mal die Woche Sebastian, dem ältesten Sohn einer Freundin, eine Stunde Nachhilfe geben. Er ist in seinem ersten Schuljahr Englisch. Aber in seiner Schule, der Humboldt in Lima, legen sie eine ziemliche Geschwindigkeit an den Tag. Ich werd auch noch ordentlich was lernen in diesen Stunden. In den kommenden Wochen kommt wahrscheinlich noch Deutschunterricht, für einen amerikanischen Studenten, hinzu.
Morgen ist wieder ein normaler Montag, ich werd um acht aus dem Haus.
Allen eine gute Woche... nicht zu stressig, liebe Grüsse aus Lima